Manager von Fidelity und JP Morgan kaufen Finanzwerte
Große Europa-Fonds gehen Kopf an Kopf durchs Ziel

Unter den zehn größten Aktienfonds mit Schwerpunkt Europa lieferten sich einige der Schwergewichte in den vergangenen zwölf Monaten ein regelrechtes Kopf-an-Kopf-Rennen: So weist die Bad Homburger Analysegesellschaft Feri Rating & Research gleich für vier von ihnen einen Wertzuwachs zwischen 25 und 26 Prozent aus.

HAMBURG. Zumindest zwischen zweien davon könnten die Unterschiede kaum größer sein. Beim JP Morgan Europe Strategic Value streuen die Manager Chris Complin und Michael Barakos ihr Portfolio breit über rund 250 Aktien, die sie nach einem quantitativen Ansatz auswählen. Außerdem beschränken sie sich, wie der Zusatz "Value" signalisiert, ausschließlich auf Substanzwerte.

Sanjeev Shah hingegen, Manager des Fidelity European Aggressive, ist nicht auf einen bestimmten Anlagestil festgelegt und geht deutlich höhere Einzelwetten ein: So hält er im Schnitt rund 30 Prozent des Portfolios in den zehn größten Positionen. Bevor Shah den Fonds im Sommer vergangenen Jahres übernahm, waren sogar nur 40 bis 50 Einzeltitel enthalten, heute sind es rund 100.

Gegenüber seinem Vergleichsindex nimmt sich Shah weit mehr Freiheiten heraus als das JP-Morgan-Duo, das sich in der Titelauswahl am FTSE World Europe orientiert. Doch derzeit erlauben sich auch Complin und Barakos Abweichungen: So sind sie mit 56 Prozent des Portfolios in Finanzwerten stark übergewichtet. Auch Shah bevorzugt derzeit Finanzwerte - mit 24 Prozent die größte Branchenposition im Fonds.

Für die kommenden Monate gibt sich der Fidelity-Manager vorsichtig optimistisch: "Die Marktentwicklung ist zwar wenig berechenbar, doch es gibt viele Kaufgelegenheiten, insbesondere in den Bereichen Energie, Medien und Pharma." Complin und Barakos hingegen erwarten für die zweite Jahreshälfte branchenübergreifend einen klaren Aufwärtstrend.

Auch Thomas Portig beurteilt die Perspektiven für die europäischen Aktienmärkte positiv. Der Leiter des Fondsanalyse-Teams von H.C.M. Capital Management gibt dem JP-Morgan-Produkt auf Grund seiner klaren Stil-Ausrichtung den Vorzug und empfiehlt Anlegern die gleichgewichtete Aufteilung des Europa-Portfolios auf je einen auf Value und einen auf Wachstum (Growth) ausgerichteten Fonds. "Mit dieser Strategie können Anleger das Risiko reduzieren, ohne auf Performance verzichten zu müssen", erläutert Portig.

Die seit Sommer 2005 nahezu identische Wertentwicklung der Europa-Schwergewichte führt er unter anderem auf den Gleichlauf der Anlagestile zurück. Portig geht aber davon aus, dass Value-Fonds in den kommenden Monaten wieder vorn liegen werden.

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