Manager von offenen Immobilienfonds schielen zunehmend auf Standorte in Lateinamerika und Südostasien
Kanam will mit Vertriebsstopp Rendite sichern

Rentable Objekte und möglichst niedrige Barreserven – darin liegt für den unabhängigen Immobilienfonds-Anbieter Kanam eigenen Angaben zufolge der Schlüssel zum Erfolg.

HB HAMBURG. Im jüngsten Zwölfmonats-Vergleich von 25 offenen Immobilienfonds führt der Kanam Grundinvest mit einem Wertzuwachs von 7,24 Prozent die Konkurrenz an (Tabelle). Die Münchner Manager wurden vor allem in Frankreich fündig, wo rund 50 Prozent des Fondsvermögens investiert sind. Die Liquidität steuert Kanam dabei über ein Cash-Call genanntes System: Neues Geld aus dem Vertrieb fließt in der Regel erst dann, wenn geeignete Kaufobjekte zur Verfügung stehen.

Angesichts der in den vergangenen Jahren erzielten Erfolge und der zunehmenden Popularität des Kanam Grundinvest scheint dieses System jedoch allmählich an seine Grenzen zu stoßen. Anfang Juni jedenfalls rief die Gesellschaft einen so genannten Cash-Stopp aus. Damit bleiben Einzahlungen zwar generell möglich. Der Vertrieb soll jedoch so lange keine neuen Anleger mehr werben, bis die im laufenden Jahr neu eingesammelten Mittel in Höhe von mehr als 700 Mill. Euro untergebracht sind. Dies ist bislang nicht der Fall, sagt Kanam-Sprecher Michael Birnbaum: „Wir verhandeln aber über mehrere Objekte.“

Hohe Cash-Quoten von zwischenzeitlich mehr als 40 Prozent bremsten mit dem auf Rang sechs abgerutschten Axa Immoselect einen der hartnäckigsten Kanam-Verfolger, und auch beim auf Rang drei vorgerückten Difa-Global warten derzeit 28 Prozent des Fondsvermögens zu niedrig verzinsten Geldmarktkonditionen auf eine rentable Anlage. Umso mehr bemüht sich die Hamburger Gesellschaft, die Rendite des restlichen Fondsvermögens zu steigern. Als erster deutscher Anbieter investierte die Difa Anfang April in Mexiko: Für 102 Mill. Dollar erwarb sie eine 30prozentige Beteiligung am 225 Meter hohen Bürokomplex „Torre Mayor“ in Mexiko-City.

„Je unentdeckter ein Markt auf der Investorenlandkarte, desto höher das Renditepotential“, erklärt Difa-Vorstand Reinhard Kutscher das zunehmende Interesse an Schwellenländern. Das Risiko in Mexiko erachtet er als gering: „Das Land ist durch den regen Austausch von Waren und Dienstleistungen eng mit den USA verbunden.“ Da sich immer mehr amerikanische und kanadische Firmen für den mexikanischen Markt interessierten und folglich Büroraum benötigten, sei zudem mit steigenden Preisen zu rechnen. Investieren will Kutscher in Kürze auch in Südostasien: „Korea, Singapur, Thailand und Indonesien sind sehr interessante Immobilienstandorte.“

Matthias Reinhardt, Geschäftsführer des unabhängigen Finanzdienstleistungsinstituts Reinhardt & Foldenauer ist sich sicher, dass auch andere offene Immobilienfonds nicht an exotischen Standorten als Beimischung vorbeikommen: „Sonst lassen sich Renditen von fünf Prozent oder mehr auf Dauer kaum aufrecht erhalten.“

Egon Wachtendorf, Der Fonds

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