Manager von Schwellenländer-Rentenfonds erwarten wenig veränderte Renditeaufschläge
Profis suchen Chancen bei Türkei-Bonds

Die Kurse der Schwellenländer-Anleihen werden nicht weiter abrutschen, denn die Zinserhöhungsängste sind schon eingepreist. „Ich glaube, dass die schlimmste Phase erst einmal überstanden ist“, meint Fondsmanager Klaus Röttger von der Commerzbank-Fondstochter Cominvest. Bis Jahresende bleibt er zumindest verhalten optimistisch.

HB/Dow Jones FRANKFURT/M. „Man verdient dann für den Rest des Jahres vor allem am erhöhten Kupon gegenüber erstklassigen Staatsanleihen und weniger an Kurssteigerungen“, erläutert er. Mit dem Schwellenländer-Rentenfonds Adig RentSpezial erwirtschaftete Röttger einen Zwölfmonats-Wertgewinn von 7,09 Prozent. Damit liegt er auf dem fünften Platz unter 65 Emerging-Markets-Rentenfonds, die als Nicht-Investmentgrade eingestuft sind, das heißt mit Ratings von „BB“ oder niedriger.

Auf Grund der guten Wirtschaftsdaten und damit einhergehender Rating-Verbesserungen sind nach Ansicht von Fondsmanagerin Gabriele Nopp-Rau die mittelfristigen Perspektiven der Emerging- Markets-Rentenmärkte günstig. Mit Blick Richtung Jahresultimo geht auch die Schwellenländer-Spezialistin der mehrheitlich zur Raiffeisenlandesbank Oberösterreich gehörenden Kepler Fonds KAG von einem weitgehend unveränderten Zinsabständen zu Staatsanleihen aus. Mit einer Performance von plus 4,59 Prozent belegt der von Nopp-Rau gesteuerte Kepler Emerging Markets Rentenfonds T den zehnten Rang.

„Der Adig RentSpezial und der Kepler Emerging Markets Rentenfonds sind in Euro abgesichert, wodurch der Euro-Anleger kein zusätzliches Währungsrisiko eingeht“, sagt Fondsanalystin Delphine Gebauer vom Fonds-Analysehaus Feri Trust, was sich insbesondere während der Dollar-Schwächephase bewährt habe. Positiv sei außerdem, dass sich beide Fonds über verschiedene Zeiträume im ersten Viertel ihrer Vergleichsgruppe bewegt hätten.

Mit knapp der Hälfte des Fondsvermögens ist Cominvest-Fondsmanager Röttger gegenwärtig in Osteuropa engagiert. „Sehr optimistisch“ ist er zurzeit für die Türkei, wo er Fortschritte auf der wirtschaftlichen Seite und im Annäherungsprozess an die Europäische Union beobachte. Dort habe er im Mai die seiner Meinung nach übertrieben deutliche Ausweitung der Renditedifferenzen auf rund 500 Basispunkte für eine Verdopplung seiner Portfolio- Gewichtung auf 20 Prozent genutzt.

„Die größten Chancen sehe ich weiterhin in Lateinamerika“, sagt Nopp-Rau. Entsprechend sei sie mit dem Kepler Emerging Markets Rentenfonds T nach wie vor mit gut der Hälfte der verwalteten Mittel in dieser Region engagiert. Dort setze sie verstärkt auf Venezuela, da dem Land auch weiterhin ein hoher Ölpreis zugute kommen sollte. Zudem sähen in Venezuela die fundamentalen Daten positiv aus.

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