Manager von Swisscanto und Axa setzen auf Konsum und Industriewerte
Japan-Fonds für Nebenwerte erleiden hohe Verluste

Ein zu geringes Volumen kann die Rendite eines Fonds im Konkurrenzvergleich alt aussehen lassen. Denn die Fixkosten für die Verwaltung des Vermögens belasten das Ergebnis übermäßig stark. Nichtsdestotrotz steht mit dem Small & Mid Caps Japan der Berner Fondsgesellschaft Swisscanto ein Zwerg (Fondsvolumen: 9 Mio. Euro) an der Spitze der aktuellen Rangliste hierzulande vertriebener Fonds, die sich auf Nippons Nebenwerte konzentrieren.

HAMBURG. Bei der Auswahl der Aktien beachtet Swisscanto-Berater Fujimura Tadahiro nicht nur die fundamentalen Unternehmensdaten. Gesamtwirtschaftliche Trends spielen ebenso eine wichtige Rolle für den Portfoliomanager der Tokioter Investmentgesellschaft Strategic Portfolio Analysis Research Experts (Sparx Asset Management). Aufgrund der weltweit steigenden Inflation setzt er zurzeit auf die Hersteller langlebiger Konsumgüter, die rund 16 Prozent des Fonds ausmachen. Sie dürften besonders stark vom steigenden Preisniveau profitieren. Denn für Verbraucher lohne es sich jetzt wieder, größere Anschaffungen zu tätigen.

Zusammen mit den Produzenten von Alltagsgütern kommt die Konsumbranche derzeit auf ein Drittel des Fonds. Zwar drücken steigende Preise auch auf die Kauflust. Doch die negativen Folgen der Preissteigerungen will der neue Premierminister Taro Aso mit einem Sonderetat abfedern. Das helfe insbesondere Firmen aus der zweiten Reihe: "Im Gegensatz zu den exportorientierten großen Playern richten sich Nebenwerte meist am Binnenmarkt aus", erklärt Tadahiro. In den vergangenen zwölf Monaten hatte der Swisscanto-Manager zumindest Recht behalten. Einzig sein Portfolio bewahrte Anleger vor einem Verlust von mehr als einem Fünftel des Vorjahreswertes. Im Durchschnitt verloren die Fonds der Vergleichsgruppe knapp ein Drittel.

Die Outperformance des Swisscanto-Fonds erklärt sich unter anderem mit der vergleichsweise sehr geringen Gewichtung von Finanztiteln, die nur drei Prozent des Portfolios ausmachen. Das relativ geringe Volumen erlaubt es Tadahiro, das Fondsvermögen auf nur 60 Einzeltitel zu streuen. Mehr als sechs Mal so viele sind es dagegen beim 830 Millionen Euro schweren Axa Rosenberg Japan Small Cap Alpha. Der Fonds auf Platz acht der Feri-Tabelle wird von Cheng Liao rein quantitativ gemanagt. Das Ergebnis ist ein breit gestreutes Portfolio aus unterbewerteten Aktien, dessen Gesamtrisiko dem des Vergleichsindex EMI Japan von S&P und Citigroup entspricht.

In den vergangenen drei Jahren schnitt der Axa-Fonds mit dieser Anlagestrategie besser ab als der Durchschnitt der Vergleichsgruppe. Fondsmanager Liao: "Auf Einzelwertebene trug die Übergewichtung von Tosoh positiv zur Fondsperformance bei." Der Tokioter Chemiekonzern ist der wichtigste Einzeltitel seines Portfolios. Industrieaktien machen ein Viertel des Fonds aus.

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