Manager von Telemedien-Fonds erwarten für ihren Sektor weiter eine überdurchschnittliche Wertentwicklung
Warburg setzt auf Flexibilität

Für den Manager eines herkömmlichen Investmentfonds gibt es im Zeitalter börsennotierter Indexfonds (Fachbegriff: ETFs) nur ein Mittel, um nicht über kurz oder lang den Anschluss zu verlieren: Flexibilität. Dies gilt insbesondere für Branchen, in denen wie in der Telekommunikation wenige Schwergewichte den Ton angeben.

HB HAMBURG. Im Zwölf-Monats-Vergleich für diese Gruppe (Tabelle) belegen ETFs die Ränge eins, drei und vier. Diese Produkte können die bis zu 30-prozentige Indexgewichtung einzelner Titel wie Vodafone oder Telefonica exakt nachbilden und damit an deren Kursanstieg voll teilnehmen, Das bleibt regulären Fonds verwehrt: Dort dürfen einzelne Aktien per Gesetz maximal zehn Prozent des Fondsvermögens ausmachen.

Flexibilität ist denn auch eine der herausragenden Eigenschaften des Lux Telecommunication von Warburg Luxinvest. Der von der Münchener Vermögensverwaltungsfirma Dr. Kohlhase betreute Fonds orientiert sich am Europa-Index Dow Jones Stoxx Telecommunications, der auch britische Werte einbezieht, und rangiert damit vor dem gleichnamigen ETF der Hypovereinsbank-Tochter Indexchange. „Wir variieren den Investitionsgrad des Fonds über Futures zwischen 90 und 110 Prozent“, erläutert Berater Michael Kohlhase. Darüber hinaus finden vereinzelt auch außereuropäische Titel den Weg ins Depot.

Derzeit sieht Kohlhase aller-dings keinen Grund, sich verstärkt auf anderen Kontinenten umzusehen. „Europa ist eindeutig attraktiver als etwa die USA“, verweist der Vermögensverwalter auf die allgemein günstigeren Bewertungen und die noch immer nicht restlos abgeschlossene Deregulierung in einigen EU-Mitgliedsländern. Speziell die Märkte in Osteuropa böten der Branche zudem nach wie vor Potenzial für überdurchschnittliches Wachstum: „In den kommenden Jahren sollte sich der Dow Jones Stoxx Telecommunications deshalb etwas besser entwickeln als der marktbreite Dow Jones Stoxx 50 oder andere Teilindizes.“

Deutlich schlechter schnitten in den vergangenen zwölf Monaten Fonds ab, die wie der SEB Invest Concept Wireless weltweit anle-gen und dabei klassische Telekom-werte lediglich als Beimischung vorsehen. Dessen Manager Thor Udenaes setzt in erster Linie auf drahtlose Kommunikation und zählt demzufolge vor allem Handy-Hersteller wie Samsung, Nokia, Motorola und Ericsson zu seinen größten Positionen. Dasselbe gilt für den SEB Lux Equity Wireless Communications.

Beide Fonds profitierten aller-dings im Mai vom gestiegenen US-Dollar sowie der neu entfachten Begeisterung der Investoren für Tech-Werte. Der SEB-Fondsmanager hält in den kommenden Monaten eine weitere Outperformance des Sektors – und damit auch seines Fonds – für sehr wahrscheinlich: „Voraussetzung ist aber, dass nach dem weltgrößten Chip-Produzenten Intel auch andere führende Technologiekonzerne ihre Umsatzziele für das zweite Quartal erhöhen.“

Egon Wachtendorf, Der Fonds

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