Mark Mobius
Ein Held für Schwellenländer-Fonds wankt

Der Vermögensverwalter Mark Mobius vom Investmenthaus Franklin Templeton liefert in vielen seiner Fonds schlechte Erträge. Der Star für Anlagen an Schwellenbörsen muss um seinen Ruf kämpfen.
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FrankfurtIn der Finanzwelt steht Mark Mobius bisher auf einer Ebene mit lebenden Legenden wie Bill Gross und Warren Buffett. Gross war oder ist über viele Jahre der König der Anleihen, Buffett der überlegene langfristige Investor – und Mobius galt als der Mann für die Börsen in Wachstumsländern („Emerging Markets“).

Beim großen US-Fondsanbieter Franklin Templeton steuert der inzwischen 78-jährige über 40 Milliarden Dollar an Investments in Emerging Markets. Das macht er seit Jahrzehnten und hat sich einen guten Ruf erworben. Doch in jüngster Zeit bekommt das Image Schrammen – ähnlich wie bei Gross, der bei seinem alten Arbeitgeber Pimco ausgeschieden ist und mittlerweile für Janus Capital in den USA arbeitet.

Mehr und mehr von Mobius' Fonds entwickeln sich schlecht. Die meisten der Produkte liefern unterdurchschnittliche Erträge. „Die Performance ist unter Druck“, urteilt beispielsweise Andre Härtel, Analyst bei der Fondsratingagentur Feri Eurorating.

Die Wertentwicklungen haben durch die Bank gelitten. Schlechte Noten bekommen die Fonds für Lateinamerika, für China, für die sogenannten Bric-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China. Der sehr große Fonds „Asian Growth Fund“ steht ebenfalls auf der Kippe. Er hat in diesem Jahr laut der Ratingagentur Morningstar zwar elf Prozent Ertrag eingespielt, die Konkurrenten im Schnitt aber knapp doppelt so viel.

Mobius verteidigt sich mit seinem Value-Ansatz, bei dem er nach unterbewerteten Aktien sucht. Die Performance seiner Fonds könne zeitweise hinter der des Gesamtmarktes hinterherhinken und zwar „in einem hoch stimmungsgetriebenen Umfeld, wenn sich die Investoren stärker auf das allgemeine Wirtschaftsbild konzentrieren als auf die Fundamentaldaten der Unternehmen.“ Für ihn sei aber der langfristige Erfolg seines Ansatzes wichtig.

Der Manager ist ein ungewöhnlicher Mensch. Es gibt immer viel Rummel um den kleinen Mann, der gerade einmal 1,60 Meter misst. Er steht auf helle und farbenfrohe Kleidung. Der typische Finanzmann sieht anders aus. Und selbst im hohen Alter ist er noch ständig unterwegs, besucht rund um die Welt Unternehmen oder Konferenzen. Er ist vielleicht der einzige Manager, der auf seiner Visitenkarte 17 Büroanschriften notiert hat. Das Büro hat er in Hongkong.

Mobius war seine Karriere als Globetrotter in den Schwellenländern höchstens ansatzweise in die Wiege gelegt. Sein Vater stammt aus Halle an der Saale, ist in den 1930er-Jahren in die USA ausgewandert und hat dort eine Puertoricanerin geheiratet. Über das Massachusetts Institute of Technology fand er als Konsumforscher den Weg nach Asien. Dann entdeckte ihn John Templeton, der legendäre Gründer der gleichnamigen Fondsgesellschaft und holte ihn in seine Firma.

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