Markt nachhaltiger Kapitalanlagen wächst deutlich - New Energy Fund und Ökovision ragen heraus
Rendite von Öko-Fonds kann sich sehen lassen

Das Anlagevolumen nachhaltiger Publikumsfonds, die ökologische, soziale und ethische Kriterien berücksichtigen, ist im deutschsprachigen Raum seit Jahresbeginn um 5,5 Prozent auf rund 4,5 Mrd. Euro gestiegen.

BERLIN. Das gab das Sustainable Business Institut (SBI) an der European Business School (EBS) in Oestrich-Winkel bekannt. Die Volumenentwicklung war stärker als die des gesamten Marktes für Publikumsfonds, der nach Angaben des Bundesverbandes für Investment und Asset Management (BVI) rund 1,8 Prozent, betrug.

Die durchschnittliche Wertsteige-rung aller nachhaltigen Fonds lag laut EBS bei 2,79 Prozent. Aktienfonds kamen auf 3,15 Prozent, Mischfonds auf 2,5 Prozent und Rentenfonds auf 1,5 Prozent. Damit erreichte der Nischenmarkt ein höheres Niveau als konventionel-le Fonds. Für alle Aktienfonds zu-sammen gibt der BVI auf Anfrage 2,8 Prozent für die erste Jahreshälfte an, Mischfonds kamen auf 2,0 Prozent, Rentenfonds auf 1,2 Prozent. Dies untermauert die Ergebnisse zahlreicher Studien, nach denen private und institutionelle Anleger bei nachhaltigen Anlagen eine marktkonforme und oft eine höhere Rendite erzielen können.

Einige nachhaltige Fonds ragen weit darüber hinaus. Dazu gehören der New Energy Fund mit einer Performance von 20 Prozent sowie der Ökovision mit gut 10 Prozent. Beide werden von der Schweizer Bank Sarasin verwaltet, die mit derzeit sechs verwalteten Fonds einer der größten europäischen Anbieter ist.

Der New Energy Fund investiert 4,6 Mill. Euro in die gesamte Wert-schöpfungskette erneuerbarer Energieformen wie Sonne, Wasser, Wind, Geothermik und Brennstoffzellen. Ökovision, einer der ältesten Fonds, hat ein Volumen von 110 Mill. Euro. Der von Ökoworld Lux, der Kapital-anlagegesellschaft der Düsseldorfer Versiko AG, aufgelegte Fonds investiert vorwiegend in kleine und mittlere unternehmen, die in ihrer Branche und Region unter ökologischen und ethischen Aspekten führend sind und die größten Ertragsaussichten besitzen.

Insgesamt sind 107 nachhaltige Publikumsfonds im deutschsprachigen Raum zugelassen. „Das Volumen bleibt jedoch teilweise hinter den Erwartungen zurück“, sagt Paschen von Flotow, Leiter des SBI. Etwa die Hälfte hätten ein Volumen von weniger als 25 Mill. Euro.

Viele seien kaum überlebensfähig, wenn sich daran nichts ändere, sagen manche Experten wie Sarasin-Direktor und Fondsmanager Andreas Knörzer. „Die meisten Banken halten das aber durch, weil sie die Nische als Zukunftsmarkt für wichtig halten und in ihr wachsen wollen, auch wenn er schwierig ist“, entgegnet von Flotow.

In diesem Jahr wurden sechs Fonds geschlossen und vier neue aufgelegt. Gegenüber dem dynamischen Angebotswachstum der vergangenen drei Jahre zeichnet sich somit eine Stabilisierung des Angebotes ab. Fast alle Dax-30-Aktien sind inzwischen in einem der führenden Nachhaltigkeits-Indizes aufgenommen, nur E.on, Linde und ThyssenKrupp nicht. Wohl werden alle 30 Werte von einem oder mehreren Nachhaltigkeitsfonds gehalten.

Die beliebteste deutsche Aktie des europäischen nachhaltigen Investments ist zur Zeit die Deutsche Telekom. Mehr als 100 europäische Nachhaltigkeitsfonds investierten in das Unternehmen, berichtet von Flotow. „Das ist auch international innerhalb der Telekombranche eine sehr gute Position.“ Dem Konzern folgen der Unternehmenssoftwareanbieter SAP und der Versicherungskonzern Allianz.

Den besten Überblick über den Markt nachhaltiger Geldanlagen erhalten interessierte Anleger auf der Informationsplattform des EBS www.nachhaltiges-investment.org. Sie ist die einzig öffentlich zugängliche Datenbank und enthält sämtliche nachhaltigen Publikumsfonds des deutschsprachigen Marktes, internationale Nachhaltigkeitsindizes sowie 1800 Unternehmen, die in diesen gelistet oder als Investment gehalten werden. „Die Seite zu Rate zu ziehen, ist der vernünftigste Weg“, urteilt Manfred Schlumberger, Geschäftsführer des ING BHF Trust. Viele Banken nutzen sie intern ebenfalls, wie zu erfahren ist.

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