Marktführer Deutsche Bank stärkt den Handelsplatz
Frankfurt holt im Zertifikatehandel auf

Die Frankfurter Börse hat der Börse Stuttgart im Juli weitere Marktanteile beim Handel mit Zertifikaten abgenommen. In dem stark wachsenden Geschäft mit Anlagezertifikaten liegen die Handelsplätze inzwischen nahezu gleichauf.

HB DÜSSELDORF.Der Frankfurter Anteil am Börsenhandel mit den Papieren lag im Juli bei 47 Prozent, geht aus der jüngsten Frankfurter Orderbuchstatistik hervor. Hebelprodukte, wie Optionsscheine und Knock-Outs, bilden daneben die zweite Kategorie von verbrieften Derivaten. Hier dominiert die Baden-Württembergische Börse nach wie vor den Börsenhandel mit einem Marktanteil von deutlich über 80 Prozent.

Die Statistik ist auch ein Zeichen für den teilweisen Rückzug des Zertifikate-Marktführers Deutsche Bank vom Stuttgarter Derivate-Handelssegment Euwax. Im März hatte die Bank angekündigt, keine neuen Anlagezertifikate mehr in den Stuttgarter Handel zu bringen. "Wir wollen die Liquidität in Frankfurt bündeln. Wenn wir bestimmte Produkte nur noch hier handeln, ist klar, dass sich die Umsätze verlagern", sagt Steffen Scheuble von der Deutschen Bank.

In der Stuttgarter Statistik hat sich die Verlagerung bereits bemerkbar gemacht. Bereits im Juni hatte die Deutsche Bank dort ihre Position als umsatzstärkster Zertifikateemittent verloren. Im Gesamtmarkt konnte die Bank dagegen ihre führende Position beim Umsatz halten. Am Stuttgarter Handelssegment Euwax stieg der Umsatz von Deutsche-Bank-Papieren von März bis Juni um nahezu sieben Prozent. Der gesamte Handel wuchs an der Euwax in der gleichen Zeit allerdings um fast 30 Prozent.

Statt der Deutschen Bank stand die Commerzbank im Juni an der Spitze der Euwax-Statistik. Allerdings ging der Umsatzanteil der Bank von knapp 22 Prozent vor allem auf ein außergewöhnliches Geschäft mit einem Indexzertifikat auf den Dax zurück. Mit wenigen sehr großen Orders kaufte vermutlich ein einzelner Kunde Papiere im Wert von 300 Mill. Euro. Nach Angaben der Bank war ein so großer einzelner Kauf im börslichen Handel bisher nicht vorgekommen.

Die Konkurrenz der Börsenplätze stellt letztlich aber nur einen Teil des umkämpften Marktes für verbriefte Derivate dar. Denn die schärfsten Konkurrenten der beiden Börsen sind die Online-Broker. Sie wickeln den mit Abstand größten Teil des Handels direkt und an den Börsen vorbei ab.

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