Massive Mittelzuflüsse
Europäische Anleger stürzen sich auf Aktienfonds

Die Investmentgesellschaften haben im Januar auf den europäischen Fondsmärkten Anteilsscheine im Wert von über 61 Mrd. Euro verkauft. Das übersteigt laut Datenanbieter Feri Fund Market Information (Feri FMI) in London nicht nur markant den Dezember-Vergleichswert von 19 Mrd. Euro. „Es ist auch der beste Monatswert seit dem Start unserer Datenbank vor vier Jahren“, sagt Feri-FMI-Geschäftsführerin Diana Mackay.

ina FRANKFURT. Ein Teil der Entwicklung ist mit einem zweiten Rekord zu erklären: Auch der Absatz von Aktienfonds erreichte ein Top-Niveau. Der Nettoabsatz stieg im Januar um rund zehn Mrd. auf knapp 27 Mrd. Euro. „Die Erträge im Aktienbereich sehen jetzt besser aus als im Anleihensegment, noch dazu vor dem Hintergrund der zunehmenden Erwartung von Zinssteigerungen“, sagt Mackay. Der Nettoabsatz auf der Rentenseite betrug sechs Mrd. Euro nach knapp drei Mrd. Euro des Vormonats.

Die außergewöhnlichen Zahlen sind teilweise auch auf den saisonal bedingten Anstieg beim Absatz von Geldmarktportfolios zurückzuführen. Rückgaben von fünf Mrd. Euro im Dezember wandelten sich in ein Plus von zwölf Mrd. Euro im Januar. „Zu Jahresanfang steigen typischerweise viele institutionelle Anleger wieder ein, die diese Produkte zur Liquiditätssteuerung verwenden“, sagt Richard Wohanka, Chef der 105 Mrd. Euro verwaltenden Gesellschaft Fortis Investments. Aus den gleichen Beweggründen würden die Bestände zum Jahresende reduziert.

Dieser Effekt dominiert auch die Rangfolge der Anbieter mit dem höchsten Absatz (siehe „Top Ten der Gesellschaften“). An der Spitze stehen die britische Lloyds TSB und Scottish Widows, die belgisch-niederländische Fortis Investments und die Deutsche-Bank-Gruppe mit ihrer Fondstochter DWS. Sie setzten jeweils mehr als drei Mrd. Euro an Anteilsscheinen ab. In allen Fällen spielten Geldmarktfonds wichtige Rollen.

Dagegen tauchen diese Häuser nicht auf den vorderen Plätzen der unteren Teilstatistik auf, die Produkte für den gesamteuropäischen Vertrieb bündelt. Dort dominieren internationale Adressen wie Merrill Lynch, JP Morgan Asset Management oder Fidelity, die vor allem oder zumindest in stärkerem Maße durch ihre Aktienportfolios bekannt sind.

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