McKinsey-Analyse
ETF-Markt wird sich in fünf Jahren mindestens verdoppeln

Der weltweite Markt für börsennotierte Indexfonds (ETFs) könnte sich laut McKinsey in den nächsten fünf Jahren verdreifachen. Die Analysten stützen diese optimistische Prognose mit einer Reihe von Argumenten.
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FrankfurtDie Unternehmensberatung McKinsey geht davon aus, dass in den kommenden fünf Jahren der ETF-Markt von aktuell rund 1,5 Billionen Dollar auf 3,1 bis 4,7 Billionen Dollar anwachsen könnte. „Auf dem Weg dorthin könnte es zwar Schlaglöcher geben, die Aussichten für das globale ETF-Wachstum bleiben aber stark“, schreiben die McKinsey-Analysten.

Ihre Argumente: Beispielsweise würden Investoren immer stärker auf die Kosten von Finanzprodukten achten. Ein Grund dafür sei, dass die Mehrheit der aktiven Fondsmanager in den vergangenen Jahren dürftige Renditen erzielt habe. Zwar werde die Vorliebe für aktive oder passive Anlagen je nach Marktumfeld immer wieder umschlagen. „In den USA hat aber ein langsamer und stetiger Trend hin zu passiven Strategien Fuß gefasst, wobei ETFs davon am stärksten profitieren“, heißt es in der Studie.

Des Weiteren erwarten die Autoren, dass die Zahl der Honorarberater für private Anleger zunehmen wird. Sie begründen dies vor allem damit, dass die Aufsichtsbehörden neue Vorschriften erlassen werden. Bislang sind Honorarberater vor allem in Deutschland noch in der Minderheit. Es überwiegen nach wie vor Berater, die ihre Vergütungen nicht von den Anlegern, sondern den Anbietern der Produkte erhalten, die sie vertreiben. Da ETFs im Gegensatz zu anderen Finanzprodukten keine oder sehr geringe Vertriebsvergütungen zahlen, sind sie für provisionsgetriebene Berater uninteressant.

Die verstärkten Transparenzanforderungen der Aufsichtsbehörden werden das ETF-Wachstum McKinsey zufolge ebenfalls stützen. „Da ETFs im Vergleich zu anderen Finanzprodukten relativ einfache Strukturen bieten, sollten sie in einem Zeitalter größerer Transparenz einen Vorteil gegenüber traditionellen Fonds haben.“

Schließlich geht die Unternehmensberatung davon aus, dass institutionelle Investoren verstärkt börsennotierte Indexfonds einsetzen werden. Bislang nutzten hauptsächlich Hedgefonds und Vermögensverwalter diese Produkte. Pensionskassen und Stiftungen fingen dagegen erst an, sich für ETFs zu interessieren.

 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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