Mehr Transparenz und Klarheit
Emittenten sind für einheitliche Besteuerung

Führende Vertreter der Zertifikatebranche sprechen sich für eine pauschale Abgeltungssteuer auf alle Kapitalerträge aus.

cck/drz FRANKFURT/M. Dafür nehmen die Emittenten in Kauf, dass bislang vom Fiskus verschonte Produkte steuerpflichtig werden. Die Branchenvertreter streben damit Rechtssicherheit an. Für viele Anleger dürfte die Abgeltungssteuer allerdings günstiger sein als die Versteuerung nach dem persönlichen Steuersatz.

Man habe "in dieser Sache bereits eine Petition an den Bundestag mit dem Wunsch nach mehr Transparenz und Klarheit gerichtet" und werde in den kommenden Wochen in Berlin vorstellig werden, sagte Petra Becher, Vorstand des Branchenverbandes Deutsches Derivate Institut (DDI) und Vertreterin der UBS beim "Frankfurter Gespräch".

Bisher ist nur die Besteuerung der weit verbreiteten Garantiezertifikate eindeutig geregelt. Weil sie als Finanzinnovationen behandelt werden, sind sowohl Zinserträge als auch Kursgewinne steuerpflichtig. Für professionelle Anleger würde mit der Abgeltungssteuer ein beliebtes Steuersparmodell wegfallen: Anders als bei Fonds werden Dividenden und Zinsen bei Zertifikaten, die sich auf einen Index beziehen, nach einer zwölfmonatigen Haltefrist nicht besteuert. Maßgeblich ist dabei, dass die Ausschüttungen in den Index eingerechnet werden und die Rückzahlung ungewiss ist.

Der Bundesverband Investment- und Asset-Management (BVI) hatte häufig bemängelt, Konstruktionen und Preisbildung seien intransparent. Solchen Vorwürfen erteilten die Branchenvertreter eine Absage. Ihrer Ansicht nach sind in dem Bereich auch keine verbindlichen Standards nötig. "Der Handel mit Zertifikaten ist mit seiner Vielzahl von Emittenten extrem wettbewerbsintensiv. Wer schlechte Produkte auf den Markt bringt oder unfaire Preise stellt, hat keine Chance auf Marktanteile und verliert Anleger", sagte Klaus Oppermann, der den Zertifikatevertriebs für Europa bei der Commerzbank leitet und Vorstand des DDI ist.

Der deutsche Markt für verbriefte Derivate gilt als einer der liberalsten der Welt. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) prüft die Zulassungsprospekte der Zertifikate nur auf Plausibilität. Zwischen Produktidee und Ausgabe der Papiere liegen mitunter nur 24 Stunden. Danach handelt der Emittent die Papiere direkt mit den Anlegern.

Derzeit bemühen sich DDI und Derivate Forum darum, einer drohenden stärkeren Regulierung entgegenzuwirken. Einheitliche Produktnamen und ein einfaches System der Risikoklassen sollen für mehr Transparenz sorgen. Verbindliche Branchenstandards sind allerdings nicht in Sicht.

Banken und Kritiker unterschätzten, dass "viele Anleger außergewöhnlich gut informiert sind", sagte Stefan Gresse von ABN Heiko Weyand von HSBC Trinkaus & Burkhardt sagte, dass sich nur sinnvolle und verständliche Produkte wie Index-, Discount-, und Bonuszertifikate durchgesetzt hätten. "Undurchschaubare Konstruktionen verschwinden vom Markt."

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