Merrill-Lynch-Umfrage: US-Märkte stark überbewertet
Fondsmanager erwarten zunehmende Teuerung

Fondsmanager bereiten sich auf weltweit höhere Inflation und Zinsen im nächsten Jahr vor. Das geht aus einer gestern veröffentlichten Umfrage hervor, für die die Investmentbank Merrill Lynch Anfang September 290 Fondsmanagern interviewt hat.

HB DÜSSELDORF. 57 Prozent der Befragten zeigten sich besorgt über die steigende Teuerung. Damit sind ihre Befürchtungen weniger ausgeprägt als noch im zweiten Quartal dieses Jahres, als 80 Prozent von einer höheren globalen Inflation ausgingen. Gleichwohl rechnen neun von zehn Fondsmanagern weiterhin mit höheren Zinsen. 70 Prozent erwarten, dass die Anleiherenditen ebenfalls steigen werden, während 52 Prozent Anleihen als überbewertet einschätzen.

Die institutionellen Anleger hätten sich immer noch nicht auf eine klassische Defensivstrategie verlegt, sagt David Bowers, Chefstratege bei Merrill Lynch. Die Manager seien sich bewusst, dass die liquiden Mitteln hoch seien und noch vor dem Jahresende angelegt werden könnten. Der Studie zufolge belaufen sich die Bargeldbestände auf durchschnittlich 4,7 Prozent der Anlagen. Im August waren es 4,8 Prozent. Nur noch 22 Prozent der Befragten gegenüber 30 Prozent im August verfügen den Angaben zufolge über überdurchschnittlich hohe Cash-Bestände. Insgesamt seien die Ergebnisse der Befragung, die Merrill Lynch monatlich erhebt, etwas optimistischer.

Besonders pessimistisch schätzen die Fondsmanager die US-Märkte ein. Sie seien am stärksten überbewertet, schätzen 57 Prozent. Knapp die Hälfte rechnet damit, dass der Dollar-Kurs im nächsten Jahr sinkt.

Die amerikanische Notenbank Fed werde auf ihrer nächsten Sitzung am 21. September die Zinsen von 1,5 auf 1,75 Prozent anheben, meinen die Umfrageteilnehmer. 83 Prozent rechnen für die nächsten drei Monate mit einer weiteren Zinsanhebung.

Bei der bevorstehenden Wahl des US-Präsidenten sagen die befragten Fondsmanager, von denen der größte Teil außerhalb der USA und die Hälfte in Europa lebt, einen Sieg des amtierenden Präsidenten George W. Bush voraus. Nur 20 Prozent tippen, dass es John Kerry gelingen wird, ins Weiße Haus einzuziehen, während 66 Prozent Bush weiterhin dort sehen. Noch vor einem Monat lagen die Kandidaten in der Umfrage fast gleichauf: Kerry hatte sich mit 41 Prozent sogar vor Bush mit 37 Prozent gesetzt. Dem Wahlausgang wird jedoch nicht besonders viel Gewicht beigemessen. Über die Hälfte der Fondsmanager gab an, es mache keinen Unterschied, welcher der Kandidaten gewinnen werde. Fast ein Drittel rechnet hingegen mit negativen Effekten im Falle von Kerrys Wahlsieg.

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