Michail Fridman
Oligarch plant riesigen Tech-Fonds

Michail Fridman war zuletzt wegen eines Streits mit britischen Behörden über den milliardenschweren Kauf der RWE-Tochter Dea in den Schlagzeilen. Nun will der Oligarch offenbar strauchelnden Unternehmen helfen.
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BangaloreDer russische Milliardär Michail Fridman plant einem Zeitungsbericht zufolge massive Investitionen in Technologie- und Telekomkonzerne in den USA und Europa. Dafür wolle seine Investorengruppe LetterOne einen gleichnamigen Technologie-Fonds im Umfang von 16 Milliarden Dollar auflegen, berichtete die „Financial Times“ in der Nacht zu Montag.

Fridman habe sich erfahrene Leute an Bord geholt. Im Beirat säßen der Lastminute.com-Mitgründer Brent Hoberman, der irische Telekom-Entrepreneur Denis O'Brien, der frühere Google -Manager Osama Bedier und der ehemalige Vodafone -Mitgründer Sir Julian Horn-Smith.

Ziel sei es unter anderem, strauchelnde Unternehmen aus der Branche mit frischem Kapital zu versorgen, sagte der Chef des Fonds L1Technology, Alexei Resnikowitsch. Der Fonds L1Technology wird dem Bericht zufolge auch die Beteiligungen Fridmans an VimpelCom und Turkcell verwalten. Der Fonds war zunächst für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Fridman war zuletzt wegen eines Streits mit britischen Behörden über den milliardenschweren Kauf der RWE -Tochter Dea in den Schlagzeilen. Der russische Milliardär droht, die Regierung in London zu verklagen, sollte sie ihn dazu zwingen, Anteile in Großbritannien zu veräußern.

Denn der Verkauf der RWE-Tochter beinhaltet auch Fördergebiete in der britischen Nordsee. London fürchtet nun Einschränkungen durch den Ukraine-Konflikt.

Dem Milliardärs-Ranking des Magazins Forbes zufolge liegt Fridman auf Rang 68 und ist mit einem aktuell geschätzten Vermögen von 14,7 Milliarden Dollar der zweitreichste Russe. Sein Kapital stammt unter anderem vom Verkauf seines 14-Milliarden-Dollar-Anteils am britisch-russischen Ölkonzern TNK-BP, den der russische Staatsgigant Rosneft 2013 für 28 Milliarden Dollar übernahm. Fridmans Erlös betrug 5,1 Milliarden Dollar.

Jürgen Röder
Jürgen Röder
Handelsblatt / Redakteur Finanzzeitung
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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