Mifid-Direktive
Neue Richtlinie stärkt Anleger

Ab November gilt die neue Mifid-Direktive der EU. Sie soll auch dazu beitragen, dass für Fondskunden Kosten künftig besser überschaubar werden.

HB PULHEIM. Anleger können beim Kauf von Investmentfonds schnell den Überblick über die Kosten verlieren: da werden Ausgabeaufschläge fällig und Managementgebühren, einige Gesellschaften erheben eine leistungsgebundene Performance Fee - und irgendwo im Kleingedruckten wird der Kunde dann noch darauf hingewiesen, dass sein Bankberater beim Verkauf noch mit einer Kickback, einer Provisionsvermittlung, belohnt wird.

Damit Privatanleger künftig klar sehen im Gebühren- und Provisionsdschungel, hat sich die europäische Union auf eine entsprechende EU-Richtlinie verständigt. Mit der so genannten Mifid (Markets in Financial Instruments Directive) sollen die Vorschriften für den Erwerb von Wertpapierdienstleistungen quer durch ganz Europa vereinheitlicht werden und damit dem Anleger mehr Informationen und Schutz beim Kauf von Wertpapierprodukten geboten werden. Zusätzlich wird so natürlich auch der Wettbewerb zwischen Banken und Börsen gefördert. In Deutschland soll die Mifid spätestens Anfang November Gültigkeit erlangen. Ob dieser Termin gehalten werden kann, ist derzeit noch fraglich.

Das wichtigste Ziel der EU-Richtlinie ist es, die Qualität und Transparenz der Wertpapierberatung zu verbessern. Wertpapierdienstleister müssen sich zukünftig beispielsweise bei der Ausführung von An- und Verkäufen von Wertpapieren zum Grundsatz der besten Ausführung, in der Fachsprache best execution genannt, verpflichten. Das bedeutet, dass unter Berücksichtigung von Kurs, Kosten, Schnelligkeit und Vollständigkeit der Auftragsausführung alle angemessenen Maßnahmen ergriffen werden müssen, um das bestmögliche Ergebnis für den Kunden zu erreichen.

In der Praxis bedeutet das beispielsweise, dass eine Bank eine Aktienorder an dem Börsenplatz durchführen muss, der für den Kunden in Punkto Kosten und Kurs am preiswertesten ist. Ausnahmen wären nur dann zulässig, wenn der Anleger selbst auf einen ganz bestimmten Orderweg besteht. Welche Auswirkungen das Regelwerk insgesamt auf die Preisgestaltung bei den Fondsgesellschaften haben wird, ist noch nicht ganz eindeutig abzusehen. Für Matthias Schmidt, Direktor Anlagestrategie und Produktmanagement bei Cortal Consors, sind verschiedene Entwicklungen möglich.

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