Milliarden-Einigung mit Hedgefonds: Durchbruch für Argentinien

Milliarden-Einigung mit Hedgefonds
Durchbruch für Argentinien

Die neue Regierung in Buenos Aires einigt sich im Schuldenstreit mit den wichtigsten Gläubigern. Hedgefonds verzichten auf Teile ihrer Forderungen. Das Parlament in Argentinien muss allerdings noch mitspielen.

São Paulo, New YorkDie neue Regierung unter Mauricio Macri macht es möglich: Argentinien hat sich mit seinen wichtigsten Gläubigern geeinigt. Damit ist der Weg zum Kapitalmarkt wieder frei. Nach Angaben des Schlichters Daniel Pollack, der von einem Gericht in New York eingesetzt wurde, bekommen die Hedgefonds Elliott, Aurelius und ihre Verbündeten rund 75 Prozent ihrer aufgelaufenen Forderungen ausbezahlt, plus einiger weiterer Summen, etwa für einen Teil der Rechtskosten. Das ist weniger als verlangt, aber mehr als die meisten anderen Gläubiger erhalten haben.

93 Prozent der Gläubiger hatten nach der Staatspleite des Landes 2001 in zwei Etappen auf insgesamt rund 70 Prozent ihrer Forderungen verzichtet. Elliott und Aurelius bildeten den Kern einer Gruppe, die auf volle Auszahlung bestand. Über den Richter Thomas Griesa in New York haben sie zeitweise auch Zahlungen an andere Gläubiger blockiert und damit Argentinien in eine eingeschränkte Zahlungsunfähigkeit getrieben.

„Es ist mir eine Freude anzukündigen, dass der 15-jährige Streit zwischen der Republik Argentinien und Elliott Management unter Führung von Paul Singer nun auf gutem Weg einer Lösung ist“, ließ Pollack verlauten. Er bescheinigte der neuen Regierung in Buenos Aires, ihr Kurswechsel sei „heroisch“ gewesen. Auf der anderen Seite sei Singer als „zentrale Figur“ in wochenlangen Verhandlungen „hart, aber fair“ gewesen. Elliott äußerte sich „erfreut über die Einigung“.

Argentinien zahlt im Zuge des Kompromisses knapp 4,6 Milliarden Dollar. Nach Angabe des Schlichters sind zusammen mit einigen vorher geschlossenen Einigungen jetzt 85 Prozent der ausstehenden Forderungen geregelt. Es bleibt also noch ein ungeklärter Rest, aber Elliott & Co waren die härtesten Verhandlungspartner.

Argentinien muss, damit das Konzept wirksam werden kann, noch ein Gesetz ändern. Außerdem plant das Land, in Kürze neue Anleihen im Volumen von zehn bis zwölf Milliarden Dollar auszugeben, um die Forderungen begleichen zu können.

Die Hedgefonds hatten lange auf eine Ablösung der vorherigen Präsidentin Cristina Kirchner gewettet. Kirchner hatte voll auf Konfrontation gesetzt und die Fonds als „Aasgeier“ beschimpft. Richter Griesa wurde zeitweise persönlich verunglimpft und als Handlanger der Fonds dargestellt.

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