Millionenfehler bei der Absicherung
Ampega-Fondsmanager muss gehen

Ein Fehler in der Optionsstrategie kostete die Talanx-Tochter Ampega 17 Mio. Euro. Der zuständige Fondsmanager verliert nach dem Debakel seinen Job. Der Dax-Absturz hatte ihn auf dem falschen Fuß erwischt.

FRANKFURT. Nach einem missglückten Absicherungsmanöver mit Derivaten hat sich die Fondsgesellschaft Ampega Gerling von ihrem Fondsmanager Thomas Pethofer getrennt. Der Aktienfondsmanager hat sich Anfang Oktober mit einer Optionsstrategie vertan, was die Tochter der Hannoveraner Versicherungsgruppe Talanx bei fünf Fonds 17 Mio. Euro kostete.

„Thomas Pethofer hat das Unternehmen verlassen“, sagt Manfred Köberlein, Geschäftsführer bei Ampega Gerling. Der Weggang stehe im direkten Zusammenhang mit den jüngsten Vorkommnissen, heißt es. Spekulationen über einen regelrechten Rausschmiss wollte Köberlein nicht bestätigen. Der in Derivate-Strategien erfahrene Pethofer hat in der Woche mit den extremsten Börsenschwankungen der Finanzkrise zwischen dem 6. und 10. Oktober hohe Verluste erlitten. Seine Strategie, Absicherungen für Aktienfonds zu finanzieren, indem er selbst Absicherungen gegen den Standardwerteindex Dax anbot, war fehlgeschlagen. Der Fondsmanager kaufte Verkaufsoptionen, um die Aktienfonds auf einem Niveau von 6 000 Punkten abzusichern. Um die Kosten der Absicherung zu decken, verkaufte er zugleich Verkaufsoptionen auf einen deutlich niedrigeren Wert. Als der Dax, für Pethofer wohl unerwartet, auch diese Marken riss, musste er kaufen. Als die Probleme auftauchten, schloss Ampega mit Verlust alle offenen Positionen.

In der Vergangenheit war Pethofer laut Köberlein sehr erfolgreich mit der Strategie gewesen. In einem seiner Aktienfonds, dem „Gerling Europa Aktien“, seien jedoch zuletzt die gesetzlichen Anlagegrenzen der Derivateverordnung verletzt worden, sagt Köberlein. Die größte Summe der 17 Mio. Euro sei in diesen Fonds geflossen, um Anleger so zu stellen, als habe es keine Verletzung der Grenzen gegeben. Bei weiteren vier Aktienfonds verletzte Pethofer Ampega-interne Grenzen, wie Köberlein berichtete. Auch hier glich Ampega aus. Ampega Gerling verwaltet rund zehn Mrd. Euro in Fonds und gehört damit zu den kleineren Anbietern im Land. rez

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