Missbrauch von Kundenspots
US-Börsenaufsicht klagt Fondsgesellschaft an

Die US-Börsenaufsicht SEC hat den im Zuge der Kreditkrise in Konkurs geratenen Vermögensverwalter Sentinel Management Group wegen Betrugs angeklagt. Das amerikanische Unternehmen soll Kundendepots als Sicherheit für eigene Kredite missbraucht haben.

HB/ebe NEW YORK. Die Behörde warf dem US-Unternehmen in einer zivilrechtlichen Anzeige beim Bundesbezirksgericht in Chicago vor, Wertpapiere von Kunden ohne deren Wissen und gesetzeswidrig für eigene Geschäfte eingesetzt zu haben. Demnach übertrug Sentinel Papiere im Wert von mindestens 460 Mill. Dollar aus Kundendepots auf das Firmendepot. Zudem habe der Fondsanbieter Effekten von Klienten als Sicherheit benutzt, etwa für eine Kreditlinie über 321 Mill. Dollar bei der Bank of New York Mellon. In den Depotauszügen für die Kunden seien die Wertpapiere aber dennoch aufgeführt worden.

Das Beispiel zeigt, mit welch hohem Risiko diverse Geldmanagementfirmen zu Werke gehen: Für Sentinel hat sich die Jagd nach Rendite bitter gerächt. Der Anbieter, der in erster Linie Kapital von Rohstoff- und Devisenhändlern verwaltet und auf seiner Webseite unter anderem „Verlustprävention“ als Dienstleistung anbietet, musste in der Vorwoche Konkurs anmelden. Mit dem Antrag auf Gläubiger-schutz begegnete die Firma einem Ansturm der Kundschaft auf deren Einlagen. Die Insolvenz sei im besten Sinne für alle Beteiligten, erklärte die Firma aus Queens Village, einem Ort auf der Insel Long Island. Die Zahl seiner Kreditgeber gab Sentinel in einer Mitteilung an das Konkursgericht in Illinois mit ungefähr 200 an.

Sentinel hatte zuletzt Fonds im Volumen von etwa 1,6 Mrd. Dollar verwaltet und seine Kundschaft wenige Tage vor dem Konkursantrag vor einem massiven Mittelabzug gewarnt. Dabei bat sie zunächst den Regulierer um Erlaubnis, den Klienten Auszahlungen zu verweigern, um Verkäufe von Wertpapieren zu „hohen Abschlägen auf ihren fairen Wert“ zu vermeiden.

Die Firma will die Vorgänge nicht kommentieren. Auch bei den Gerichtsanhörungen zum Antrag der Firma auf Gläubigerschutz, die seit Wochenbeginn laufen, sieht sich Sentinel mit Betrugsvorwürfen konfrontiert. Kläger ist unter anderem einer der wichtigsten Kunden von Sentinel, die Firma Discus Master.

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