Mit Kassebestand machen Vermögensverwalter Gewinn
Weltweite Fonds verlieren weiter

Die weltweit investierenden Aktienfonds verfügen über teils riesige Vermögenswerte. Diese allerdings schrumpften in den vergangenen zwölf Monaten um rund ein Drittel. Das derzeit größte in Deutschland vertriebene Produkt, der Templeton-Growth-Fund, verlor rund 36 Prozent an Wert.

HB FRANKFURT. Anlageschwerpunkt des Fondsriesen mit rund 8,5 Milliarden Euro Vermögen sind neben internationalen Bluechips auch kleinere Aktiengesellschaften. Die Fondsmanagerin Ciny Sweeting muss sich zwar an der Entwicklung des MSCI-World orientieren, hat jedoch derzeit Biotechnologie- und Pharmawerte übergewichtet. Größte Position in ihrem Portfolio ist neben Oracle und Accenture mit knapp vier Prozent der Gentechniker Amgen.

Die Aktien internationaler Pharmakonzerne legten in den vergangenen Wochen teils kräftig an Kurs zu. "Für Furore sorgte im vergangenen Januar die Übernahme von Wyeth durch Pfizer", berichtet Andre Köttner, der Fondsmanager des Uniglobal. Er stockte seinen Anteil an Wyeth zum Jahresbeginn weiter auf. Trotz des schwierigen Marktumfelds war Pfizer bereit 68 Mrd. US-Dollar in das gewinnträchtige Impfstoffgeschäft zu investieren. "Das Besondere daran ist jedoch, dass Banken wieder bereit sind, für einen Teil der Übernahme Kredite zu gewähren, obwohl vielerorts von einer Kreditklemme die Rede ist", sagt Köttner.

Auf die frühzyklischen Technologiewerte setzt dagegen Thomas Schüssler vom DWS-Top-Dividende-Fonds. Sein Portfolio verlor in den vergangenen zwölf Monaten rund 27 Prozent, legte aber im Janaur 2009 schon wieder um drei Prozent zu. Schüssler stockte zu Jahresbeginn seine Positionen in Microsoft, Intel und Microchip trotz des miesen Wirtschaftsklimas auf. Auch Versorger wie die Royal Dutch Shell und Statoilhydro liegen in seinem Aktienkorb. Diese könnten in den kommenden Wochen von einem weiter steigenden Ölpreis profitieren.

Weniger auf Energie dafür verstärkt auf Edelmetalle setzt der Carmignac-Investissement. Der Fonds-Klassiker hält besonders viele Goldminen-Betreiber im Aktienkorb. "Allerdings litt das Portfolio unter den Verlusten des Goldsektors", sagt Fondsmanager Eric Le Coz. Positiv wirkte sich vielmehr das auf 60 Prozent reduzierte Aktienexposure aus. Damit erreicht der Carmignac-Investissement den vorgeschriebenen Mindestwert. Damit und mit Derivateabsicherungen gegenüber Wechselkursschwankungen gegenüber dem US-Dollar bescherte der Fonds seinen Anteilseignern im Januar 2009 knapp fünf Prozent Wertentwicklung und schafft es damit auf Platz eins der Feri-Fondstabelle.

Auch sein Jahresverlust fiel mit knapp 20 Prozent vergleichsweise gering aus. "Mitten in einer Wirtschaftskrise, wie wir sie in unserer Laufbahn noch nie erlebt haben und die unsere Konsumgesellschaft grundlegend verändern wird, bleibt Vorsicht angebracht", sagt Eric Le Coz, Chefvolkswirt von Carmignac. "Das Niveau der liquiden Mittel der Fonds bleibt insgesamt hoch und die Fonds mit dem Ziel einer absoluten Performance halten sich vor jedem anderen Anlagekriterium konsequent an das Postulat des Kapitalerhalts."

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