Mit neuen Konzepten versuchen Manager gegenzusteuern
Nordamerika-Fonds schlagen nur selten den Index

Den populären Aktienindex S&P 500 langfristig zu übertrumpfen, stellt für die Manager von Nordamerika-Fonds offenbar eine schwierige Aufgabe dar. Das belegt eine aktuelle Auswertung der Analysegesellschaft Standard & Poor?s:

HAMBURG. Auf Zwölf-Monats-Sicht gelang dies zum Stichtag 31. August immerhin jedem fünften Manager, im Zehn-Jahres-Vergleich allerdings nur noch jedem siebten und über 15 Jahre sogar nur jedem achten Verwalter.

Um den Index zu schlagen, entwickeln die Fondsgesellschaften immer neue Konzepte. Beispiel Invesco: Als die Tochter der amerikanischen Amvescap-Gruppe 2002 den Invesco US Structured Equity startete, hatte sie bereits vier andere Nordamerika-Fonds auf dem Markt. Der älteste von ihnen, der 1984 aufgelegte Invesco US Equity, hinkte dem S&P 500 damals auf Zehn-Jahres-Sicht bereits um 80 Prozentpunkte hinterher.

Vier Jahre später hat der Invesco US Equity weiter an Boden verloren, während sich Jeremy Lefkowitz, Manager des Invesco US Structured Equity, mit dem Index ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefert. In den vergangenen zwölf Monaten lag er sogar deutlich besser und platzierte sich mit einen Plus von 8,76 Prozent unter den Top Ten seiner Vergleichsgruppe (s. Tabelle).

"Wir haben ein sowohl an fundamentalen als auch technischen Kennzahlen orientiertes Modell entwickelt, das in jeder Branche die besten Unternehmen ausfindig machen soll", sagt Alexander Uhlmann aus dem Frankfurter Invesco-Team. Dabei stimme die Branchengewichtung im Fonds mit der im S&P 500 überein, Timing-Gesichtspunkte spielten ebenfalls keine Rolle.

Einen anderen Weg geht ABN Amro. Die niederländische Großbank legte Ende 2004 ihren dritten Nordamerika-Fonds auf, den sie von ihrer Tochter Banque de Neuflize in Paris managen lässt.

Neuflize-Manager Francois Mouté verfolgt einen sehr aggressiven, auf schnelle Branchenwechsel fokussierten Investmentstil. Darüber hinaus darf er bis zu 40 Prozent des Vermögens in Geldmarkttiteln halten. Bislang ging das Konzept auf: In den vergangenen zwölf Monaten schaffte kein anderer US-Fonds ein besseres Ergebnis. "Im Moment spielt der ABN Amro US Opportunities in einer eigenen Liga", kommentiert Thomas Portig. Der Leiter der Fondsanalyse bei H.C.M. Capital Management in München führt dies vor allem auf die zwischenzeitlich sehr hohe Gewichtung von Rohstoff- und Goldtiteln zurück. Ob der neue ABN-Amro-Fonds und der Invesco US Structured Equity den Index-Test auch langfristig bestehen, sieht er allerdings als "eher unwahrscheinlich" an. Er halte es für fragwürdig, wenn ein Anbieter für ein und denselben Markt immer neue Fonds platziert.

Autor: Egon Wachtendorf, Der Fonds

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