Mit Staatsanleihen
Norwegischer Ölfonds hat sich verspekuliert

In italienische und spanische Staatsanleihen hat der norwegische Ölfonds investiert - und Milliarden Kronen verloren. Der Fonds ist der zweitgrößte Rentenfonds der Welt.
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StockholmDer norwegische Ölfonds hat sich mit Staatsobligationen der beiden Schuldenländern Italien und Spanien kräftig verspekuliert. Wie die norwegische Wirtschaftszeitung „Finansavisen“ am Mittwoch berichtete, habe der Fonds im vergangenen Jahr insgesamt 84 Milliarden Kronen (10,8 Milliarden Euro) in Schuldenpapiere der beiden Länder angelegt. Im ersten Quartal dieses Jahres seien weitere 2,9 Milliarden Kronen hinzugekommen.

Nach Berechnungen der Zeitung hat der Fonds mit den Investitionen bislang insgesamt 3,3 Milliarden Kronen verloren. Ein Sprecher des Fonds wollte die Angaben nicht kommentieren und verwies auf die Präsentation des Halbjahresergebnisses im August.

Der Norwegian Government Pension Fund Global, wie die offizielle Bezeichnung lautet, ist der zweitgrößte Rentenfonds der Welt und verwaltet mehr als 3000 Milliarden Kronen. In den Fonds fließen die Einnahmen aus dem norwegischen Öl- und Gas-Geschäft.

Er wurde 1996 eingerichtet, um den Wohlfahrtsstaat auch nach dem Versiegen der Öl- und Gasquellen noch finanzieren zu können. Nach den Richtlinien der norwegischen Regierung darf der Fonds 60 Prozent seines Kapitals in ausländischen Aktien, 35 Prozent in Anleihen und fünf Prozent in Immobilien anlegen.

Helmut Steuer berichtet für das Handelsblatt aus Skandinavien. Regelmäßig ist er auch in der Ukraine unterwegs.
Helmut Steuer
Handelsblatt / Korrespondent

Kommentare zu " Mit Staatsanleihen: Norwegischer Ölfonds hat sich verspekuliert"

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  • wer es zuläßt, dass Staatsanleihen von Ländern erworben werden dürfen, deren Verschuldung sich deren Wirtschaftsleistung annähert, muß nun nicht jammern.

  • So ein Käse: Die Staatsfonds halten die Anleihen bis zum Schluß, so dass zwischenzeitliche Kursverluste keine Rolle spielen, solange die Anleihen nicht lange vor Fälligkeit verkauft werden. Es gibt jede Menge Anleger, die in den vergangenen Jahren auch mit Deutschen Anleihen "zwischendurch" Kursverluste erlitten haben.

  • Soviel zur kapitalgedeckten Altersversorgung; gab es aber auch schon in anderen Ländern.

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