Mit Trendfolgemodellen zum Erfolg
Computer steuern viele erfolgreiche Dachfonds

Donnerstags ist Leo Willert grundsätzlich der Erste im Büro. Pünktlich um Punkt sechs Uhr morgens – drei Stunden früher als gewöhnlich – betritt der Manager der österreichischen Investmentgesellschaft Arts Asset Management sein Büro am Wiener Stubenring und startet den Computer. Eine knappe Viertelstunde später weiß er, welche Veränderungen er am Portfolio des von ihm betreuten Dachfonds C-Quadrat Arts Total Return Dynamic vornehmen muss.

HB HAMBURG. Willert: „Wir identifizieren einmal in der Woche jene Märkte, die gera-de die kräftigste Kursbewegung nach oben aufweisen, und investieren dann in überdurchschnittliche Fonds aus diesem Segment. Ob das Programm dabei Indien, Lateinamerika oder japanische Small Caps ausspuckt, ist uns letztlich egal.“

So simpel und willkürlich dieses Konzept auch anmuten mag – in den vergangenen zwölf Monaten war es erfolgreich. In der Gruppe der flexibel anlegenden Dachfonds ohne feste Ober- und Untergrenzen für Aktien- und Renteninvestments belegt das Produkt unter 116 Angeboten Rang neun. Willert beruft sich bei seiner Fondsauswahl auf langjährige Untersuchungen, denen zufolge Märkte mit besonders steilem Chartverlauf mit hoher Wahrscheinlichkeit auch weiter zu den besten gehören werden – oder aber zu den schlechtesten. Für den Fall, dass ein Fonds nach dem Kauf in die entgegengesetzte Richtung läuft, setzt der Manager ein Stop-Loss-Limit: „Unser wichtigstes Ziel ist es, die schweren Rückschläge zu vermeiden.“ Drehen alle Aktienmärkte in den roten Bereich, kann der Renten- und Geldmarktanteil deshalb kurzfristig auf bis zu 100 Prozent hochgefahren werden. Das ist derzeit kein Thema. „Seit Anfang April haben wir die Aktienquote von 50 auf 75 Prozent erhöht“, sagt Willert. Dabei stünden vor allem Nebenwerte aus Europa und Japan im Vordergrund, zu den attraktivsten Einzelmärkten gehöre Italien.

Der Ansatz der Österreicher hat mittlerweile auch andere Geldverwalter überzeugt – unter anderem den Deutschen Ring. Seit Anfang Oktober gibt Willert deshalb auch bei den von der Hamburger Versicherungsgesellschaft vertriebenen und bei der DWS aufgelegten Dachfonds (RAM Dynamisch, RAM Wachstum, RAM Konservativ) die Richtung vor.

Deutsche Dachfonds-Manager setzen ebenfalls zunehmend auf Trendfolge-Strategien. Zum Beispiel Arne Sand, Partner der Stuttgarter Vermögensverwaltung Sand und Schott. Der von Sand und seinem Partner Max Schott betreute Smart-Invest Helios AR (bis Anfang Februar: Consilia Select) belegt derzeit mit einem Plus von knapp 18 Prozent den ersten Platz. Anders als Willert hält Sand viele Trends kurzfristig für ausgereizt und hat unter anderem in Osteuropa, Lateinamerika und Indien Gewinne mitgenommen: „Wir senkten die Aktienquote in den vergangenen Wochen von 97 auf 53 Prozent und schauen uns die Märkte momentan lieber von der Seitenlinie an.“ Egon Wachtendorf, Der Fonds

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