Mittelfristig könnten sich Anlagen in die US-Währung dennoch lohnen
Globale Rentenfonds fahren ohne Dollar besser

Der US-Dollar ist noch immer die wichtigste Währung der Welt. Entsprechend viel Gewicht hat er deshalb im Portfolio der meisten global agierenden Rentenfonds. Beim Unirenta der Union Investment und dem DWS Inter-Renta, den beiden größten von einer deutschen Gesellschaft angebotenen Fonds dieser Kategorie, sind es zum Beispiel 22 Prozent.

HAMBURG. Einen ganz anderen Ansatz verfolgt Gregory Saichin beim Pioneer Euro Strategic Bond der italienischen Großbank Unicredito gewählt. Er hat mehr als 95 Prozent seines Portfolios in Euro-Anleihen investiert - und lag damit richtig: Während die beiden deutschen Fonds in den vergangenen zwölf Monaten mehr als vier Prozent ins Minus rutschten, verbuchte der Pioneer Euro Strategic Bond ein Plus von 2,23 Prozent (siehe Tabelle).

Das gute Ergebnis führt Saichin aber nicht nur auf die Dollar-Abstinenz zurück, sondern auch auf die Bevorzugung von Papieren mit kurzer Restlaufzeit. "Auch die erneute Stärkung des brasilianischen Reals und der türkischen Lira haben sich bemerkbar gemacht", erläutert der Pioneer-Manager.

Ihre Skepsis für die US-Währung brachte auch Alex Calvo und Michael Hasenstab vom Templeton Global Bond eine positive Rendite ein. Dass der Dollar als Anlagewährung bei ihnen so gut wie keine Rolle spielt, begründen die beiden Fondsmanager mit der Furcht vor einer weiteren Abwertung. "Davon gehen wir angesichts der anhaltend schwachen US-Zahlungsbilanz aus", sagt Hasenstab. Hinzu komme das vorläufige Ende des Zinserhöhungszyklus durch die US-Notenbank, was sich ebenfalls negativ auf den Dollar auswirken dürfte. Aktuell haben Calvo und Hasenstab deshalb nur drei Prozent des Templeton Global Bond in auf US-Dollar lautende Papiere investiert, während sie in Kanada und Skandinavien übergewichtet sind.

Darüber hinaus setzen sie verstärkt auf asiatische Währungen. "Dem hohen und noch steigenden Defizit in der US-Leistungsbilanz stehen in Asien enorme Überschüsse gegenüber", sagt Hasenstab. Zudem habe sich das dortige Wirtschaftswachstum als unverändert widerstandsfähig erwiesen. Die größte Position im Portfolio des 2,8 Mrd. Dollar schweren Fonds bildet der japanische Yen mit 14 Prozent, gefolgt vom südkoreanischen Won mit 13 Prozent.

Dem Szenario eines stark fallenden Dollars schließt sich Gerd Bennewirtz nicht an. "Den Schuldendienst für das Doppeldefizit der Amerikaner leisten ihre Handelspartner", sagt der Geschäftsführer des Finanzdienstleisters SJB Fonds Skyline. Sobald die Ölregion befriedet sei, werde der Dollar deshalb wieder steigen, prognostiziert er und empfiehlt Fondsinvestoren mit mittel- bis langfristigen Zielen, die Dollarposition im Depot beizeiten zu erhöhen.

Autorin: Kerstin Jaumann, Der Fonds

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