Moderne Kapitalmarktforschung entlarvt Fehler
Anleger müssen Angst und Gier ausblenden

Auffällige Marktereignisse zeigen, dass Anleger nicht immer rational und in ihrem eigenen Interesse handeln. Investoren sind eben nur Menschen, und diese lassen sich oft mehr von ihren Gefühlen als von der Vernunft leiten. Angst, Gier, Unsicherheit und Selbstüberschätzung können so nicht nur kurz-, sondern auch mittel- und langfristig zu Marktungleichgewichten führen. Mit Hilfe von „Behavioural Finance“ nutzen Fondsmanager dieses Phänomen bei ihrer Anlage aus.

HB DÜSSELDORF.

Der Mensch ist ein Herdentier. „Folge der Menge“ heißt häufig die Devise der Anleger, auch wenn die allgemein sichtbaren Zeichen im Markt dagegen sprechen. Das Ergebnis dieses Verhaltens lässt sich über Jahrhunderte hinweg in immer wiederkehrenden Marktblasen beobachten, von der Tulpen-Manie der 1680er Jahre in Holland bis zur „Dotcom-Blase“ gegen Ende der 1990er Jahre. Professor Daniel Kahneman von der Princeton University betont, dass die Entscheidungen eines Anlegers nie isoliert von der Masse getroffen werden und dass ihre Sichtweisen Vorurteilen unterliegen. Interessant dabei ist, dass alle Marktteilnehmer, egal wie viel Wissen sie haben, irrationalen Verhaltensmustern folgen und dass sie immer wieder dieselben Fehler begehen. Daher lassen sich unterschiedliche Arten irrationalen Verhaltens und ihre Auswirkungen auf Marktbewegungen identifizieren.

Anleger sind bestrebt, die Richtigkeit ihrer Entscheidungen bestätigt zu sehen. Daher tendieren sie dazu, Aktien, deren Kurse fallen, zu halten, während sie Papiere, die Gewinne erzielen, zu früh verkaufen, um Kursgewinne zu realisieren. Vernünftig hingegen wäre es, Aktien, die sich gut entwickeln zu halten, bis es ernsthafte Anzeichen für eine Trendwende gibt. Statistisch gesehen wird eine gute Aktie mit dreimal höherer Wahrscheinlichkeit verkauft als eine schlechte.

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