Morningstar Fund Awards
State Street ist Deutschlands bestes Fondshaus

Der Absturz an den Aktienmärkten hat vor den Fondshäusern nicht Halt gemacht. Selbst die besten Aktienfonds verbuchten im vergangenen Jahr ein Minus. Insbesondere aktiv verwaltete Produkte schnitten schlecht ab. Kein Wunder, dass bei der Verleihung der diesjährigen Branchen-Awards, den Morningstar Fund Awards, die Anbieter von passiven Indexfonds die Nase vorne hatten.

FRANKFURT. Auch in einem Verliererjahr gibt es klare Sieger. Beim 15. Treffen der Fonds-Prominenz in Frankfurt zur Verleihung der Branchen-Awards ging es nicht - wie mitunter in der Vergangenheit - darum, mit einem rauschenden Fest auf ausnahmslos gute Renditen aufmerksam zu machen und zufrieden ins noch junge Jahr zu blicken. "Angesichts des vergangenen Katastrophenjahres sind eher leisere Töne, Bescheidenheit angebracht", mahnt Anne Connelly, Deutschland-Chefin des US-Fondsratinghauses Morningstar.

Der unabhängige Ratinganbieter kürte gestern gemeinsam mit dem Handelsblatt mit der wichtigsten Auszeichnung der Branche in Deutschland, den Morningstar Fund Awards, zwar einmal mehr die Besten der Besten. Doch ohne Wermutstropfen lässt sich in diesem Jahr keine der begehrten goldenen Statuen entgegen nehmen: Auch die Spitzen-Fondsmanager müssen für das vergangene, überraschend heftige Krisenjahr gegenüber ihren Kunden zumeist Verluste rechtfertigen.

Bei Aktienfonds schlossen nahezu alle Fondsmanager mit einem zweistelligen Minus ab. Der beste Aktienfonds, der in Biotech-Titel investiert, verbuchte einen Wertverlust von knapp neun Prozent. Bei Anleihen sieht es natürlich besser aus. Doch auch hier haben etwa Unternehmensanleihen-Fonds im Zuge des Bonitätsverlusts von Firmen im Wert eingebüßt.

Als klare Sieger stehen die Anbieter passiver Fonds auf dem Treppchen. "Es ist erstaunlich, dass die passiven, Index nachbildenden Fonds auch in den einbrechenden Aktienmärkten am besten abgeschnitten haben", meint Morningstar-Research-Chef Werner Hedrich. Erstmals räumt ein Anbieter passiver Fonds den wichtigsten Preis der Branche ab, den Award für den besten Vermögensverwalter über alle Anlageklassen hinweg: State Street Global Advisors, einer der großen passiven Fondshäuser. Auf Rang zwei folgt der wichtigste Konkurrent des US-Anbieters: Barclays Global Investors mit seiner Sparte für börsengehandelte Indexfonds (ETF), iShares.

Viele aktive Fondsmanager verpassten es offenbar, in der Börsenkrise gegenüber den starken Passiven Boden gut zu machen, nachdem sie bereits in den vier guten Aktienjahren zuvor zurückgefallen waren. Nur wer unabhängig von Indizes agiere, habe die Chance, mehr zu bieten, sagt Connelly. Sonst verkomme der Wettbewerb zu einem Ringen um Kosten, das die deutlich billigeren Indexanbieter gewönnen. "Einige Spezialisten heben sich ab", sagt sie. So gewinnt der britische Aktienspezialist Threadneedle den Award für das beste große Aktienhaus. Auch die Nummer eins bei den kleinen Aktienhäusern weist spezielle Expertise auf: Die Statue erhält der Schwellenländer- und Asienspezialist First State.

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