Morningstar-Studie
Der deutsche Fondsmarkt bekommt schlechte Noten

Das Ergebnis ist nicht berauschend: Der deutsche Fondsmarkt zeigt sich im internationalen Vergleich nur mittelmäßig anlegerfreundlich. Das ergibt eine aktuelle Studie des US-Analysehauses Morningstar.

Frankfurt"Deutschland schneidet mit Blick auf die Kosten von Investmentfonds minimal besser ab als der Durchschnitt der Märkte", schreiben die Autoren der Studie. Für unterdurchschnittlich befanden sie allerdings die Regulierung des deutschen Fondsmarktes. Für die Studie, die im März 2011 veröffentlicht wurde, befragten die Fondsanalysten Anleger aus 22 Ländern in Afrika, Asien, Nordamerika und Europa. Untersucht wurden die Kriterien Besteuerung und Regulierung, Transparenz, Gebühren und Kosten sowie Vertrieb und Berichterstattung in den Medien.

"Mit dem Report wollen wir zu Diskussionen anregen über einen besseren Umgang mit Besitzern von Investmentfonds", sagt John Rekenthaler, stellvertretender Research-Chef von Morningstar. Insgesamt hat Morningstar dem deutschen Fondsmarkt die Note "C+" erteilt, was auf einer Skala zwischen "A" und "D" kein besonders gutes Ergebnis ist. Zum Vergleich: Die USA gehören mit der Gesamtnote "A" zur Spitzengruppe, nur Neuseeland hat ein "D" bekommen.

Interessant ist, dass die viel diskutierte Gebührenpraxis der Anbieter als leicht überdurchschnittlich eingestuft wurde. Das für Anleger nach Kosten attraktivste Produkt sind demnach in Deutschland aufgelegte Aktienfonds. Fondsanbieter zwacken Anlegern allerdings, wie in anderen Ländern auch, eine asymmetrische Erfolgsgebühr ab. Diese greift, wenn ein Fonds besser abschneidet als sein Börsenvergleichsindex, bestraft aber das Fondsmanagement nicht, wenn es schlechter abschneidet.

Zwar haben deutsche Anleger leichten Zugang zu Fonds, die in Europa aufgelegt werden. Gleichwohl gilt die deutsche Aufsicht als nicht besonders effizient. Vor allem die Regulierung der Fondswerbung könnte verbessert werden. Das Verhalten der Vertriebe ist laut Studie wenig hilfreich für Anleger. Besondere Vergütungen bestimmter Fondsprodukte seien gängig und wenig beaufsichtigt. Überdies bleibt der Markt relativ geschlossen. Nur 20 bis 50 Prozent der Fonds werden auch von konzernfremden Vertrieben angeboten.

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