Morphosys, Eckert & Ziegler oder Epigenomics zählen zu den Favoriten des Fondsmanagements
Union Investment setzt auf deutsche Biotech-Titel

Ein niedriges Volumen ist im Fondsgeschäft das Los aller Nachzügler. Diese Formel gilt auch für den Fonds UniSector: GenTech der Union Investment. Denn die Investmentgesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken legte ihren bislang einzigen Fonds für Biotech-Aktien im April 2001 zu einem Zeitpunkt auf, an dem viele Anlegern das Interesse an dieser Branche längst verloren hatten. Während Konkurrenzprodukte in ihren Spitzenzeiten bis zu drei Mrd. Euro verwalteten, kam der Union-Fonds nie über 20 Mill. Euro hinaus.

HB HAMBURG. Die wenigen ihm anvertrauten Gelder betreute Union-Manager Markus Manns jedoch umsichtig. Anders als die meisten anderen reinrassigen Biotech-Fonds ist der UniSector GenTech nur noch wenige Prozentpunkte von seinem einstigen Ausgabepreis entfernt, und im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich von insgesamt 95 auf den Gesundheits-Sektor spezialisierten Aktienfonds belegt er mit einem Wertzuwachs von 33,36 Prozent sogar den ersten Platz.

Die gute Wertentwicklung führt Manns in erster Linie auf die Aktienauswahl zurück. „Wir waren sehr hoch in Amgen und Genentech gewichtet, die den jüngsten Aufschwung der Biotech-Branche angeführt haben“, erläutert der studierte Mediziner. Amgen habe unter anderem davon profitiert, dass das Unternehmen nicht so stark von der geplanten Kostenerstattungsreform im amerikanischen Gesundheitswesen betroffen sei wie ursprünglich befürchtet. Bei Genentech sorgten neue klinische Daten aus der Krebsforschung für einen Kurssprung. Manns setzt nicht aber nur auf den US-Markt: Kleinere deutsche Titel wie Morphosys, Eckert & Ziegler oder Epigenomics machen fast 25 Prozent des Fondsvermögens aus.

Während Amgen und andere US-Schwergewichte der Branche mittlerweile fair bewertet seien, wittert der Union-Manager auch an der Wall Street bei Nebenwerten noch Potenzial. Sollte Manns mit dieser Einschätzung Recht behalten, könnte das auch einem der Schlusslichter der aktuellen Tabelle zugute kommen: Der über drei Jahre führende Oyster Biotechnology der Schweizer Privatbank Syz erzielte in der Euro-Variante in den vergangenen zwölf Monaten lediglich einen Wertzuwachs von 3,91 Prozent. Der auf Nebenwerte spezialisierte Fondsberater Kurt Emster in San Francisco litt dabei vor allem unter dem Biogen-Idec-Debakel: Weil das US-Unternehmen Ende Februar überraschend sein gemeinsam mit Elan vermarktetes Multiple-Sklerose-Medikament Tysabri vom Markt nahm, verloren Anleger das Vertrauen in den Sektor. „Je kleiner und je illiquider ein Wert, desto eher wurde er abgestoßen“, schildert Emster die Folge. Seit Anfang April hat sich der Oyster Biotechnology jedoch bereits wieder deutlich erholt, und mit Spezialitäten wie CV Therapeutics, Cotherix oder Orchid Cellmark will Emster in den kommenden Monaten den Kontakt zur Spitzengruppe wiederherstellen. Autor: Egon Wachtendorf, Der Fonds

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