Mündelsicherheit von Investmentfonds
Konservative Dachfonds meiden den Rentenmarkt

Wer als Vormund das Geld seines Mündels in Investmentfonds anlegen will, kann nicht einfach die gewünschten Anteilsscheine kaufen. Für jeden Fonds muss gesondert beim Vormundschaftsgericht die Mündelsicherheit beantragt werden. Amtsgerichte stufen Produkte von DJE und Sauren als mündelsicher ein.

HAMBURG. Das umständliche Verfahren der Mündelsicherheit dürfte einer der Gründe sein, warum bislang lediglich für 157 der insgesamt 4 713 vom Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) erfassten Fonds die Mündelsicherheit beantragt und bewilligt wurde. Dazu gehört seit wenigen Wochen der als konservativer Dachfonds konzipierte DJE Real Estate der Dr. Jens Ehrhardt Kapital AG, dem das Amtsgericht Mosbach diesen Status verlieh. Einer guten Performance steht die von Amts wegen bescheinigte Solidität nicht im Weg, wie das jüngste Zwölf-Monats-Ergebnis des 1,7 Mrd. Euro schweren Fonds zeigt: Mit einem Wertzuwachs von 6,67 Prozent belegt er in seiner Kategorie den ersten Platz (siehe Tabelle).

„Wir waren unter anderem dank einiger Investments in Immobilienfonds für Institutionelle erfolgreich“, sagt Fondsberater Stefan Thomas-Barein vom Münchener Bankhaus Reuschel & Co. KG. Generell investiert er mindestens 60 Prozent des Fondsvermögens in offene Immobilienfonds, Immobilienaktienfonds dürfen bis zu 40 Prozent ausmachen.

Aktuell hält sich Thomas-Barein in diesem Segment mit einem Anteil von nur 15 Prozent jedoch deutlich zurück. „Speziell in den USA und Europa sind die Märkte überteuert“, warnt er. Von der Möglichkeit, auch Rentenfonds beizumischen, macht der Fondsberater angesichts der trüben Aussichten für dieses Anlagesegment momentan überhaupt keinen Gebrauch.

Ganz so defensiv geht Hermann-Josef Hall nicht an die Rentenmärkte heran. „Wir gewichten Anleihenfonds derzeit mit etwa zwölf Prozent“, sagt der Vorstand der Sauren Fonds Research AG über den auf Rang acht liegenden Sauren Global Defensiv. Wie Thomas-Barein nutzt auch Hall vorwiegend offene Immobilienfonds, denen er ein im Vergleich zu Renten günstigeres Chance-Risiko-Profil bescheinigt. Diese bilden mit 55 Prozent die größte Anlageklasse innerhalb des Portfolios.

„Im Aktien- und Rentenbereich setzen wir schwerpunktmäßig auf Zielfonds, bei denen unabhängig von der Marktlage das Erzielen einer positiven Rendite angestrebt wird“, beschreibt Hall seine Strategie. Zudem nimmt Hall Hedge-Fonds ins Portfolio, deren Anteil aktuell bei etwa neun Prozent liegt. Dennoch gilt auch dieser Fonds von Amts wegen als defensives Produkt: So stuften die Amtsgerichte in Stuttgart, München, Moers und Pirna ihn als mündelsicher ein.

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