M&G-Fondsmanager wählt Einzeltitel auf Basis von Fundamentaldaten aus
Chancen an Japans Aktienmarkt

"Japan hat seine Krise überwunden", ist Professor Helmut Becker überzeugt. Der Japan-Experte hält Nippons Einfluss auf die weltweiten Finanzmärkte für so groß wie nie zuvor. Die Situation der Banken und Versicherer habe sich weitgehend stabilisiert, der Turnaround am Immobilienmarkt sei geschafft.

HB DÜSSELDORF. Auch am Aktienmarkt geht es seit 2003 wieder bergauf, gefragt waren vor allem kleine Werte. Das könnte sich jedoch bald ändern, sagt selbst Kenichi Ura, Manager des Nebenwertefonds M&G Japan Smaller Companies: "Während die Bewertungen der kleineren Börsenwerte in dem freundlicheren Konjunkturumfeld steigen, wenden sich die Anleger wieder stärker den Large Caps zu." Doch sollte die wachsende Zuversicht, dass die Wirtschaft wieder Fahrt aufnimmt, den gesamten Aktienmarkt stützen.

Ura, der den Fonds seit Januar 2000 stilneutral managt, ist ein klassischer Stockpicker. Von Tokio aus wählt er auf Basis von Fundamentaldaten und Gesprächen mit Firmenmanagern seine Aktien aus. Rund 60 bis 70 Titel befinden sich im Fonds. Ein aktueller Kauf ist etwa Yasuragi, ein Spezialist für Immobilien, die von Banken aufgrund notleidender Kredite verkauft werden. Von dem Sektor halten Uri und sein Team zwar grundsätzlich wenig. Die spezielle Gesellschaft überzeuge jedoch durch ihre Konzentration auf lokale Regionen und Einzelhäuser. Dort würden künftig mehr Unterstützungsgelder der Regierung hinfließen.

Einen ganz anderen Ansatz bei der Titelauswahl verfolgt Axa Rosenberg. Deren Japan Small Cap Fund wird wie alle Fonds der Gesellschaft nach einer strikten quantitativen Methode gemanagt. Der Grundgedanke ist, dass Gesellschaften mit überdurchschnittlichen Gewinnen mit hoher Performance belohnt werden. Axa Rosenberg sucht jedoch nicht wie viele andere Value-Investoren nach Firmen, die aufgrund einer bestimmten Situation stark unterbewertet sind, sondern wählt vielmehr Titel aus, die eine leichte Unterbewertung von rund 10 Prozent aufweisen.

Die Auswahl erfolgt durch eine umfangreiche quantitative Analyse der Fundamentaldaten, die knapp 200 Messungen pro Aktie umfasst. Für den Axa Rosenberg Japan Small Cap entsteht daraus ein breit gefächertes Portfolio mit rund 400 Titeln. Wetten auf Branchen gegenüber der Benchmark werden nicht eingegangen. "Wir stehen dem Axa-Rosenberg-Ansatz sehr positiv gegenüber", sagt Gabriele Hartmann von dem Münchner Research- und Beratungsunternehmen Fondsconsult.

Den Hauptunterschied der beiden Fonds sieht Hartmann in der einerseits subjektiven Titelauswahl bei M&G und der andererseits quantitativ bestimmten Auswahl bei Axa Rosenberg. "Längerfristig zeigt der Axa-Rosenberg-Fonds stabilere und höhere Erträge. In stark aufwärtsgetriebenen Märkten werden beide Fonds immer etwas hinterherhinken, wobei der M&G-Fonds defensiver ist als der Axa-Rosenberg-Fonds", urteilt Hartmann.

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