Mutmaßlicher Anlagebetrüger

S&K-Chef bei Fluchtversuch verletzt

Die Handschellen hielten ihn nicht auf: Aus dem Gerichtssaal ist der Geschäftsführer der Immobiliengruppe S&K durchs Fenster gesprungen und unsanft auf dem Pflaster gelandet. Lebensgefahr bestehe nicht.
Update: 27.09.2013 - 20:21 Uhr 18 Kommentare
Die S&K-Geschäftsführer Stephan Schäfer und Jonas Köller auf einer ihrer Partys. Quelle: WirtschaftsWoche

Die S&K-Geschäftsführer Stephan Schäfer und Jonas Köller auf einer ihrer Partys.

(Foto: WirtschaftsWoche)

Frankfurt/MainBei einem Fluchtversuch aus dem Frankfurter Landgericht hat sich der mutmaßliche S&K-Anlagebetrüger Stephan Schäfer schwer verletzt. Der mit Handschellen gefesselte Mann habe sich am Freitagvormittag aus einem Fenster im ersten Stock gestürzt, bestätigte ein Gerichtssprecher einen Bericht von „bild.de“.

Beim Sturz auf das Pflaster aus etwa sechs Metern Höhe habe sich der Hauptbeschuldigte aus dem Anlagebetrugsverfahren um die Immobiliengruppe S&K schwer verletzt. Lebensgefahr habe nicht bestanden, verlautete aus Justizkreisen. Der 34 Jahre alte Untersuchungshäftling musste in ein Krankenhaus gebracht werden, wo er nach Angaben des Justizministeriums noch am Freitag operiert werden sollte. Er war aus dem Gefängnis in Weiterstadt zu einem Zivilprozess gegen eine der S&K-Gesellschaften als Geschäftsführer vorgeladen worden. Sein Kompagnon Jonas Köller war nicht im Gericht.

Der mit Handschellen gefesselte Schäfer war am Freitag von Justizbeamten begleitet worden. Der Gerichtssaal B 116 befindet sich im ersten Stock eines repräsentativen Altbaus aus der Gründerzeit. Laut „bild.de“ war Schäfer beim Betreten des Saals auf das offene Fenster losgestürmt und rausgesprungen. Die völlig überrumpelten Wachtmeister hatten den durchtrainierten Bodybuilder nicht mehr stoppen können.

Den beiden S&K-Geschäftsführern wird mit zehn weiteren Beschuldigten Untreue sowie gewerbs- und bandenmäßiger Betrug mit Kapitalanlagen vorgeworfen. Sie sollen über ein Schneeballsystem Anleger um rund 105 Millionen Euro geprellt und das Geld mit einem extrem aufwendigen Lebensstil verprasst haben. Dabei werden die Gelder der Anleger gar nicht investiert, sondern neue Einzahlungen genutzt, um die Ausschüttungen an alte Gläubiger zu bezahlen.

Staatsanwaltschaft ermittelt weiter
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18 Kommentare zu "Mutmaßlicher Anlagebetrüger: S&K-Chef bei Fluchtversuch verletzt"

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  • genau so ist es. Es wurden immerhin ca. 200 wertige Immobilien beschlagnahmt. Es wurden Firmenkonten mit ca. 15-20 Millionen Euro, und mehr beschlagnahmt. Ich glaube nicht an das Betrugsmärchen. Die sind den falschen Leuten auf die Füsse getreten. Das ist alles. Wenn die Staatsanwaltschaft Beweise hätte, wäre es schon längst zu einer Anklage gekommen. Alle S&K Unternehmen sind insolvent, aber warum denn nur? Ganz einfach, weil alles eingefroren wurde, und kein Handel mehr stattfinden konnte. Ich erinnere nur an "Gustl Molath"! Denkt mal darüber nach liebe Vorverurteiler.

  • Deutschland = Neidland! Nichts investiert? Im Geld gebadet? Betrogen? Wo ist denn das rechtskräftige Urteil? Wie war das mit der Unschuldsvermutung? Bisher nur Vorurteile und öffentliche Hetzjagden. Wenn darüber die Wahrheit ans Licht kommt, werden Sie sich noch wundern. Warten wir das mal ab.
    Von mir aus die besten Genesungswünsche Herr Schäfer.

  • Mein Zahnarzt hat seiner Frau erklärt, daß es nun der Boxster und nicht mehr der 911 sein müsse.
    Zum Totlachen die Dummheit der Besserwisser.

  • Ich find' die Typen klasse. Umso mehr, als ich gelesen hatte, dass der eine der beiden kiloweise Euro-Münzen zuhause hatte, um darin zu baden. In der Badewanne.

    Ein paar Zahnärzte und sonstige Gierschlunde sind nun etwas ärmer, so what?
    Wer gierig wird, muss eben fühlen.

  • Wer auch nur einen Cent diesen Volltrotteln vertraut hat, gehört selber geschlagen.

  • Hoffentlich hat es ihn ordentlich auf die Fresse gehauen. Schlechte Genesung von meiner Seite aus.

  • Ich glaube nicht, dass das ein Fluchtversuch war. Ich tippe eher auf Suizidversuch!

  • Das ist kein Unternehmenschef sondern ein Vollpfosten der untersten Liga - eher Typ Rausschmeisser.

    Wer dem jemals sein Geld anvertraut hat, wird wohl besser schweigen - wegen eigener Dummheit.

  • Ein 2-schneidiges Schwert, in der Bewertung!

    Ein schamloser Profi-Lügner ist dum genug um sich erwischen zu lassen. Er akzeptiert das verlorene Spiel nicht und versucht mit einer plumpen Methode zu fliehen. Was soll man dazu sagen?

    Belogen hat er diejenigen, die belogen werden wollten! Gier frißt Hirn!
    Schaden hat er zwar angerichtet, aber bei wem und was war deren tatsächlicher ökonomischer Hintergrund? Alles in Allem erscheinen mir die Betrüger und die Betrogenen ziemlich suspekt.

    Legt dem Betrüger eine Fußschelle an, steckt ihn in ein leuchtend roten Anzug und laßt ihn die nächsten 15 Jahre die öffentlichen Rabatte pflegen.
    Für andere gleichgesinnte Spitzbuben eine Warnung und für die Gesellschaft eine sinnvolle Leistung!

  • Aha, also geistig stark zurückgeblieben!? Was sind denn dann die mutmaßlich Betrogenen - Amöben? Was für ein unqualifizierter Quark!

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