Nach den deutlichen Zugewinnen in Europa stocken Union Investment und Universal ihre Barreserven auf
Dachfonds-Manager warten auf Kurskorrektur

Lange Zeit hat Deutschlands drittgrößte Fondsgesellschaft Union Investment die Berücksichtigung fremder Anbieter abgelehnt: „Wir halten in unseren Dachfonds ausschließlich hauseigene Zielfonds, weil wir nur dort genau wissen, was drin ist“, lautete das Argument von Union.

HB HAMBURG. Mit dem UniSelection Europa I und dem UniSelection Global I ließ sie aber zwei Ausnahmen zu - und landete mit dem Europa-Portfolio prompt einen Volltreffer. Unter 124 Aktien-Dachfonds belegt der UniSelection Europa I im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich Rang vier (Tabelle).

Auch gängige Europa-Indizes wie den MSCI Europe oder den Stoxx 50 ließ Union-Manager Oleg Symonchuk hinter sich. „Der Erfolg basiert unter anderem auf einer sehr aktiven Steuerung“, erläutert Symonchuk. Wenn er von einer Anlageidee überzeugt sei, setze er sie konsequent um. Ebenso reagiere er auf Änderungen im Marktumfeld. So warf er im Mai mit dem Nordea European Value eine der bis dahin größten Positionen aus dem Portfolio: „Der Fonds ist relativ hoch in Small Caps investiert, die mir momentan zu hoch bewertet sind.“

Ohnehin haben die in den vergangenen Wochen stark gestiegenen Kurse Symonchuk vorsichtiger werden lassen. Zwar holte er nach der Absage der Franzosen und Niederländer an die EU-Verfassung den 2004 prominent gewichteten UniEM Osteuropa ins Depot zurück, dafür mussten jedoch mit dem UniDeutschland und dem UniFonds zwei am Dax orientierte Investments weichen. Insgesamt stieg die Barreserve des UniSelection Europa I zuletzt von 2,5 auf 15 Prozent. „Der Markt ist im Moment etwas überkauft", so die Begründung des Union-Managers, der in den kommenden Wochen mit einer „gesunden Konsolidierung“ rechnet.

Damit kalkuliert auch Rocco Damm. Der Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Damm/Rumpf/ Hering hat daher die Barreserve des auf Rang eins liegenden Damm/Rumpf/Hering-Universal Anfang Mai auf 80 Prozent hochgefahren. „Ein ähnlich hohes Niveau hatten wir nur im Sommer 2001 und im März 2004, und damals lagen wir richtig“, betont der ehemalige Schmidt-Banker, der sich 1998 mit seinen Kollegen Marco Rumpf und Lutz Hering selbstständig machte.

Obwohl Damm bei der Zielfondsauswahl anders als Symonchuk das ganze Universum der in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen Angebote nutzen kann, lag der Schwerpunkt in den vergangenen Jahren ebenfalls ganz überwiegend in Europa. Daran soll sich bis auf weiteres auch nichts ändern: „Zwei Drittel Europa, ein Drittel USA“, skizziert der Fondsberater grob die Richtung, wenn er die Zeit zum Wiedereinstieg für gekommen hält. Ganz oben auf der in Zusammenarbeit mit der Berenberg-Bank und Mäckler-Research erstellten Einkaufsliste stehen dann neben börsengehandelten Indexfonds unter anderem der Europa Aktienfonds Ulm, der JPMF European Strategic Value und der Schroder Euro Equity.

Egon Wachtendorf, Der Fonds

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