Fonds + ETF
Nach den jüngsten Kursrückschlägen stocken Manager von Healthcare-Fonds ihre Bestände auf

So schnell kann das gehen: Lange bestimmten Biotech-Titel im Gesundheitssektor das Tempo an der Börse, während Pharma-Aktien als wenig attraktiv galten. Doch am 28. Februar gaben Biogen Idec und Elan bekannt, dass sie ihr gemeinsam vermarktetes Multiple-Sklerose-Mittel Tysabri vom Markt nehmen. Daraufhin brach die Biogen-Aktie um 50 Prozent ein und zog den gesamten Sektor mit in die Tiefe.

HB HAMBURG. Das Ereignis hinterließ Spuren in der Zwölfmonats-Auswertung der auf den Gesundheitssektor spezialisierten Aktienfonds. Die hinteren Plätze belegen ausschließlich Fonds für Biotech-Firmen. Umgekehrt liegen Fonds vorne, die wie der börsennotierte Indexfonds Dow Jones Euro Stoxx Health Care ganz auf „Big Pharma“ setzen. Bei diesem Produkt von Indexchange stellt allein der französische Multi Sanofi Aventis zwei Drittel des Fondsvermögens.

Von den weltweit anlegenden Fonds dieser Kategorie, die ihrem Portfolio zu einem gewissen Anteil Biotech-Titel beimischen dürfen, hinterlässt der Threadneedle Global Healthcare auf Rang acht den besten Eindruck. Dessen Biotech-Anteil schwankt Managerin Anne Marieke Ezendam zufolge um die zehn Prozent. In den vergangenen Wochen stand Ezendam auf der Käuferseite, so dass der Anteil auf 15 Prozent gestiegen ist. „Bei einer ganzen Reihe von Biotech-Firmen ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf 20 oder darunter gesunken“, sagt die Threadneedle-Frau. Bei einem erwarteten Gewinnwachstum von 50 Prozent eröffne das attraktive Chancen.

Ganz ähnlich ist auch Douglas Nigen positioniert. Der Manager des auf Rang neun liegenden Fidelity Health Care Fund orientiert sich bei der Gewichtung der Einzelsektoren am FTSE Global Health and Pharmaceuticals Index, der zu neun Prozent Biotech-Titel enthält. Im Fonds ist die Branche dagegen mit 14 Prozent vertreten – eine Grenze, die Nigen grundsätzlich nicht überschreitet: „Das Risiko soll überschaubar bleiben.“ Zu den größten Positionen gehört die Aktie des australischen Plasma-Herstellers CSL

Obwohl klassische Pharma-Titel wie Roche, Novartis und Johnson & Johnson sowohl im Fidelity- als auch im Threadneedle-Fonds prominent vertreten sind, gewichten beide Manager diesen Sektor niedriger als in ihrem Vergleichsindex. Dabei bevorzugt zumindest Nigen eindeutig Europa: „Dort sind mehr neue Medikamente in der Pipeline, die Patente laufen länger, und es gibt die Möglichkeit weiterer Kostensenkungen.“

Laut Gabriele Hartmann von der Beratungsfirma Fonds Consult haben beide aktiv gemanagten Fonds in der Vergangenheit einen guten Eindruck hinterlassen. Die Analystin bevorzugt jedoch Produkte mit einem höheren Biotech-Anteil wie den Oppenheim Pharma/wHealth und weist gleichzeitig risikoscheue Anleger auf die hohe Schwankungsbreite von reinen Biotech-Fonds hin: „Diesen Markt zu timen ist extrem schwierig.“

Egon Wachtendorf, Der Fonds

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