Nach Führungswechsel: Templeton Growth verliert weiter an Boden

Nach Führungswechsel
Templeton Growth verliert weiter an Boden

Neue Managerin, alte Probleme: Auch unter der Führung von Cindy Sweeting steht Templeton Growth im Vergleich zur Konkurrenz nicht gut da. Berater trauen dem einstigen Liebling zwar ein Comeback, aber keine überdurchschnittliche Wertentwicklung zu. Manche Experten rechnen mit einem Schrumpfen des Fonds - und halten das sogar für postiv.

HAMBURG. Wenn Cindy Sweeting am 29. Januar auf dem "Fonds professionell Kongress 2008" in Mannheim zu ihrem Referat "Mit Disziplin und Ausdauer zum Erfolg" ansetzt, dürften Hunderte Augenpaare gebannt auf sie gerichtet sein. Es wird der erste Deutschland-Auftritt der Amerikanerin sein, die Ende 2007 Murdo Murchison als Manager des Templeton Growth abgelöst hat. Murchison, den es vom Templeton-Hauptsitz auf den Bahamas ins heimatliche Schottland zurückzog, betreute den 27 Mrd. Euro schweren globalen Aktienfonds und den auf deutsche Anleger zugeschnittenen Templeton Growth (Euro) seit 2001 und machte dabei zuletzt keine glückliche Figur: Sowohl auf Zwölf-Monats- als auch auf Drei-Jahres-Sicht hinken beide Fonds vergleichbaren Konkurrenten hinterher (Tabelle).

Weil der Rückstand mit dem Ausbruch der US-Hypothekenkrise noch größer wurde, dürfte Sweeting nach ihrem Vortrag zahlreiche Fragen beantworten müssen - zumal sie bis Ende 2007 als Research-Direktorin maßgeblich darüber mitbestimmt hat, welche Aktien in den Templeton Growth dürfen und welche nicht. Im Mittelpunkt stehen traditionell Titel, die von anderen Marktteilnehmern wenig beachtet werden und folglich günstig zu haben sind. Diese antizyklische Anlagepolitik bewahrte den Fonds in seiner 54-jährigen Geschichte vor jähen Abstürzen, wie sie viele andere Produkte etwa von 2000 bis 2002 erlitten haben. Langfristig präsentiert sich zudem die Bilanz mit einer seit 1954 erzielten Durchschnittsrendite von 11,3 Prozent noch immer makellos.

Gleichwohl steigt die Zahl der Berater, die dem Templeton Growth in den nächsten Jahren zwar ein Comeback, aber keine überdurchschnittliche Wertentwicklung mehr zutrauen.

"Die Größe erweist sich allmählich als Fluch", sagt etwa Tim Geisler. Den Geschäftsführer des Fonds-Zentrums in Nürnberg stört überdies, dass das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis des Portfolios mit 14,8 nur marginal niedriger liegt als im Vergleichsindex MSCI World. Zwar rät er nicht pauschal zum Verkauf. Zweifelnden Kunden empfiehlt er aber durchaus, im Vorfeld der Abgeltungsteuer auf erfolgreichere Konkurrenten wie den M&G Global Basics oder einen Dachfonds umzusteigen.



Der Templeton Growth muss mit Mittelabflüssen rechnen

, glaubt auch Gerd Bennewirtz. Obwohl der Geschäftsführer der SJB Fonds Skyline das hohe Volumen bisher nicht als akutes Problem sieht, könne dies dem Fonds durchaus gut tun. Da er einen Strategiewechsel für ausgeschlossen hält, empfiehlt Bennewirtz den Templeton Growth wegen seiner Anlagephilosophie nach wie vor als ein mögliches Basisinvestment. Dieses müsse aber durch kleinere und agilere Produkte ergänzt werden.

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