Nach fünf Jahren Flaute
Deka-Fonds sammelt Milliarden ein

Kleinanleger halten sich zurück, doch die Profis greifen zu. Investoren haben erstmals seit langem fast fünf Milliarden Euro in die Fonds der Deka investiert. Damit geht ein fünfjähriger Trend zu Ende.
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FrankfurtAnleger haben dem Sparkassen-Fondsdienstleister Deka erstmals seit fünf Jahren wieder mehr Geld anvertraut. In den ersten sechs Monaten flossen unter dem Strich 4,8 Milliarden Euro in die Immobilien- und Wertpapierfonds der Deka nach einem Minus von 1,9 Milliarden Euro vor Jahresfrist.

„Dies ist die erste positive Entwicklung seit 2008“, sagte Deka-Chef Michael Rüdiger bei einem Pressempfang am Dienstagabend. Verantwortlich für das Plus seien vor allem das Immobiliengeschäft und die hohe Nachfrage von institutionellen Kunden wie Sparkassen, Versicherungen oder Stiftungen.

Während Profi-Investoren wieder kräftig in Fonds investieren, halten sich Kleinanleger weiter zurück. Viele von ihnen machen seit der Finanzkrise einen großen Bogen um Fondsprodukte und kehren nur sehr zögerlich an den Fondsmarkt zurück. Die Deka verzeichnet im ersten Halbjahr im Retail-Geschäft noch ein Minus im unteren dreistelligen Millionenbereich. „Nach Abflüssen in Höhe von 2,3 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum kann man hier aber von einer deutlichen Stabilisierung sprechen“, sagte Rüdiger. Das wirtschaftliche Ergebnis des Frankfurter Instituts kletterte in den ersten sechs Monaten um drei Prozent auf 324 Millionen Euro.

Der ehemalige Credit-Suisse -Banker Rüdiger steht seit November an der Spitze der Deka und will künftig noch enger mit den Sparkassen zusammenarbeiten, die seit 2011 alleinige Eigentümer des Instituts sind. Um die Sparkassen bei der Wertpapierberatung noch besser zu unterstützen, werde die Deka in den kommenden zwei bis drei Jahren rund 180 Mitarbeiter einstellen, kündigte Rüdiger an. Neue Angebote wie das Zertifikate-Geschäft für Kleinanleger würden gut angenommen. Mittlerweile werden diese Produkte von mehr als 300 der insgesamt rund 420 deutschen Sparkassen vertrieben.

Ende Juli hat sich die Deka zudem darauf verständigt, Teile des Kapitalmarktgeschäfts und die Fondssparte der Landesbank Berlin (LBB) zu übernehmen. Die LBB gehört ebenfalls den Sparkassen und soll zu einer reinen Hauptstadtsparkasse geschrumpft werden. Diverse Formalien müssen allerdings noch geklärt werden, bevor die Gremien grünes Licht geben können. „Die Transaktion soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein“, sagte Rüdiger. Den ursprünglichen Plan, dass die Übernahme rückwirkend zum 1. Januar gilt, hat die Deka aufgegeben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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