Nach Gamag sieht auch Quadriga die rote Karte
Aufsichtsbehörde greift bei Hedge-Fonds durch

Das Anfang des Jahres in Kraft getretene Investmentmodernisierungsgesetz fordert weitere Opfer. Nach der German Asset Managers AG (Gamag) hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) jetzt auch dem österreichischen Finanzdienstleister Quadriga AG die rote Karte gezeigt.

HB FRANKFURT/M. Die von der Quadriga-Tochter Superfund AG vermarkteten Genussrechte auf Hedge-Fonds dürfen nicht mehr länger vertrieben werden, da sie nicht den Vorschriften des neuen Gesetzes entsprechen.

In Absprache mit der BaFin habe man beschlossen, den Vertrieb der Superfund Genussrechte in Deutschland einzustellen, hatte Quadriga vergangene Woche erklärt. Entscheidend für die rote Karte der Behörde ist deren Auffassung, dass der Verkauf von Genussscheinen ein Finanzkommissionsgeschäft darstellt. Für solche Geschäfte ist allerdings eine besondere Genehmigung notwendig. Vor allem kleinere Unternehmen der Finanzbranche sind jedoch nicht bereit, willens oder in der Lage, diesen zeit- und kostenaufwendigen Genehmigungsprozess auf sich zu nehmen.

Das Investmentmodernisierungsgesetz sieht vor, dass Privatanleger ihr Geld nur in Hedge-Fonds-Dachfonds, jedoch nicht in einzelne Fonds – so genannte Single Hedge Funds – investieren dürfen. Die von Quadriga bzw. Superfunds vertriebenen Titel sieht die Behörde offensichtlich als Einzelprodukte der Strategie Managed Futures an. Ziel dieser Strategie ist es, auf Basis eines rein computer-basierten technischen Programms Trends an den Terminbörsen auszureizen.

Nach den Vorgaben der BaFin nimmt die österreichische Gesellschaft Zeichnungen für die drei Genussrechts-Emissionen Superfund A, B und C in Deutschland nur noch bis Ende Juli 2004 an.

Seit ihrem Start am 1. Oktober vergangenen Jahres haben die drei Genussrechte von Superfund deutliche Wertverluste hinnehmen müssen. Dagegen hatte das Quadriga-Management mit den spektakulären Anlageerfolgen der von der Quadriga AG selbst vertriebenen Vorgängermodelle, die inzwischen geschlossen sind und nicht mehr vertrieben werden, in der Vergangenheit eine spektakuläre Werbekampagne betrieben.

Ähnliche Erfahrungen mit der BaFin hatte im zweiten Quartal des laufenden Jahres bereits die German Asset Managers AG (Gamag) gemacht, die von Privatanlegern Gelder gegen die Ausgabe so genannter Master- und Mini-Zertifikate angenommen hatte. Dieses Geld wurde für die Rechnung der Anleger in einem Fall in Aktienoptionsgeschäfte und im anderen Fall in Hedge-Fonds investiert. Aus Sicht der BaFin betrieb auch die Gamag damit das Finanzkommissionsgeschäft (also ein Bankgeschäft), ohne die hierfür erforderliche Erlaubnis der Aufsichtsbehörde zu haben. Der Streit zwischen Gamag und BaFin endete letztlich darin, dass die BaFin im Mai einen Abwickler für das Geschäft der Gamag bestellte.

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