Nach Gross-Abgang
Pimcos Rivalen reiben sich die Hände

Die Rivalen lachen sich nach dem Abgang von Investmentlegende Bill Gross ins Fäustchen: Analysten bei Morningstar berichtet von starken Zuflüssen bei Blackrock & Co. Indes soll Gross bei Janus zum Teamplayer werden.
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New York/BostonDer Abgang von Investmentlegende Bill Gross bei der Allianz-Fondstochter Pimco spielt den Rivalen in die Hände. Einige amerikanische Fondsgesellschaften verzeichneten in den vergangenen Tagen ein kräftiges Neugeschäft, wie das Analysehaus Morningstar ausgerechnet hat. Den in der Nacht zum Mittwoch veröffentlichten Zahlen zufolge verbuchte der Metropolitan West Total Return Bond Fund zwischen dem 26. September und dem 3. Oktober Mittelzuflüsse von 2,8 Milliarden Dollar. Beim BlackRock Strategic Income Opportunities Fund beliefen sich die Kapitalzuflüsse auf mehr als eine Milliarde Dollar.

Beim DoubleLine Total Return Bond Fund kamen 1,35 Milliarden Dollar neu hinzu. Das staatliche Rentensystem Floridas kündigte zudem an, mehr als eine Milliarde Dollar bei Pimco abziehen zu wollen.

Pimco kommt seit Monaten wegen diverser Personalquerelen nicht zur Ruhe. Den großen Paukenschlag gab es am 26. September, als der Gründer des legendären Anleihehauses, der früher als „Bond-König“ gefeierte Gross, seinen Rückzug bekanntgab. Er selbst räumte ein, damit seinem Rauswurf nur knapp zuvorgekommen zu sein. Gross managte über Jahrzehnte den Flaggschiff-Fonds von Pimco, den einst weltgrößten Anleihefonds Total Return. Nun arbeitet der berühmte Fondsmanager beim deutlich kleineren Konkurrenten Janus Capital.

Für Pimco verheißt der nahtlose Wechsel von Gross zur Konkurrenz nichts Gutes. Zwar hatte er bei seinen Investments zuletzt kein glückliches Händchen mehr und enttäuschte viele Anleger - der Total Return verliert nun schon seit mehreren Monaten in Folge Milliarden an Anlegergeldern. Doch mit dem Weggang von Gross scheint sich dieser Trend zu beschleunigen. Pimco selbst räumte unlängst ein, allein im September hätten die Investoren unter dem Strich schätzungsweise 23,5 Milliarden Dollar aus dem Total Return Fund abgezogen. Damit sank das Volumen des Anleihen-Fonds auf weniger als 200 Milliarden Dollar.

Die Allianz hatte in den vergangenen Monaten recht offen signalisiert, dass sie von der „One Man Show“ von Gross genug hat. Aber auch die engsten Mitarbeiter von Gross waren zuletzt auf Distanz gegangen, wie Insider berichteten. Etliche Branchenkenner setzen ein großes Fragezeichen dahinter, ob sich die Investmentlegende beim neuen Arbeitgeber Janus unterordnen kann und will. Der oberste Anleihechef von Janus, Gibson Smith, zeigte sich im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters jedoch zuversichtlich. Am Teamgedanken der Firma werde sich nichts ändern und mit Gross strebe er einen regelmäßigen Austausch über das Geschehen an den Märkten an, betonte er.

Die beiden Manager werden allerdings rund 1000 Meilen (1600 Kilometer) entfernt voneinander arbeiten: Gross bleibt im kalifornischen Newport Beach, wo auch Pimco sitzt, und wird von dort aus „Janus West“ führen. Er ist vor allem für ein noch sehr junges Produkt zuständig - den Global Unconstrained Bond Fund. Mit ihm soll er neue Anlegergelder einsammeln. Smith bleibt am Hauptsitz von Janus in Denver. Zum Halbjahr verwaltete Janus ein Kundenvermögen von 178 Milliarden Dollar, davon rund 30 Milliarden in Bond-Produkten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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