Nach Kurssturz sind Fondsverwalter vorsichtig bei neuen Investment
Profis in Lateinamerika stecken in der Zwickmühle

Nachdem Lateinamerikafonds ihre Anleger im vergangenen Jahr mit hohen Wertsteigerungen verwöhnt haben, fällt die Bilanz des ersten Halbjahrs 2004 verhalten aus. Fünf der 22 in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen lateinamerikanischen Aktienfonds schlossen das Halbjahr mit einem Verlust ab.

HB/Dow Jones FRANKFURT/M. Zinsängste, Inflationssorgen und Zweifel an der Nachhaltigkeit des Wirtschaftswachstums in den USA hatten im April dramatischen Einbrüchen an den wichtigsten Börsen der Region geführt. Inzwischen haben sich die Kurse wieder erholt. Doch ein Katalysator für weitere Kurssteigerungen ist derzeit nicht zu sehen.

Dennoch: „Die Kurskorrektur habe Kaufchancen geschaffen, da sich die Unternehmensgegebenheiten weiter verbessert haben“, sagt Claudio Brocado, der den Fidelity Funds - Latin America managt. Auf Grund von Mittelzuflüssen und neuen Investments habe er in den zurückliegenden zwölf Monaten die Zahl der Titel von 47 auf 65 erhöht und dabei den Brasilien-Anteil auf 45,2 Prozent gesteigert. Mexiko macht aktuell rund 43,4 Prozent aus.

Anders der Fortis L Fund - Equity Latin America. Auf Jahressicht wies er im Juni eine Wertentwicklung von plus 26,3 Prozent „In Situationen wie im April lässt sich zwar das Depot konservativer ausrichten.“ So habe man in Unternehmen investiert, die weniger zyklisch und exportlastig sind“, sagt Managerin Emmy Labovitch.

Die weiteren Aussichten für die gesamte Region Lateinamerika beurteilt Fondsberater Gerd Bennewirtz jedoch skeptisch. Mit der Zinswende der US-Notenbank fließe weniger Kapital nach Südamerika, meint er. Damit fehle Geld für dringend benötigte Investitionen in Infrastruktur und Produktionsanlagen. Bennewirtz rät Anlegern, „die lateinamerikanische Zwickmühle“ bis auf weiteres zu meiden.

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