Nach langer Pause
Anleger greifen zu Aktien-ETFs

Hohes Interesse an börsennotierten Indexfonds: Die ETFs verzeichnen vor allem von Seiten der Privatanleger ungewöhnlich hohe Zuflüsse - und es waren nicht nur die begehrt, die den deutschen Leitindex abbilden.
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FrankfurtAngesichts der niedrigen Aktienkurse haben Privatanleger zuletzt ein außergewöhnlich hohes Interesse an börsennotierten Indexfonds (ETFs) gezeigt. Die Zahl der Käufer überwog im Verhältnis zu den Verkäufern in der vergangenen Woche so stark wie selten in den vergangenen Monaten, wie eine Statistik der Börse Stuttgart zeigte. Demnach waren rund 60 Prozent der ausgeführten Transaktionen Kauforders.

Insgesamt lag der Umsatz mit etwa 100 Millionen Euro nahe am bisherigen Jahresdurchschnitt von 109 Millionen Euro. Damit verzeichneten ETFs von Seiten der Privatanleger die zweite Woche in Folge ungewöhnlich hohe Zuflüsse. „Anders als in der Vorwoche beschränkten sich die Käufe aber nicht auf ETFs, die den deutschen Leitindex abbildeten“, sagte Michael Görgens, der den ETF-Handel in Stuttgart leitet. Zudem hätten vor allem die Käufe mittel- und langfristig orientierter Anleger zugenommen.

Anteile an Short-ETFs, um auf fallende Aktienkurse zu setzen, habe dagegen kaum noch jemand gekauft. „Offenbar gehen die Anleger von einer Bodenbildung am Aktienmarkt aus“, sagte Görgens. Neben Dax-ETFs wie dem db x-trackers Dax und dem ETFLab Dax waren vor allem Fonds auf Schwellenländer-Märkte gefragt. Dazu gehörten der Lyxor MSCI Emerging Markets, der Lyxor ETF Brazil und der db x-trackers MSCI Russia.

Der aufkeimende Optimismus der Anleger zeigte sich auch daran, dass sie auf fallende Kurse bei deutschen Staatsanleihen setzten. Diese sind als sicherer Hafen in Krisenzeiten gefragt. „Zuletzt haben sich viele Anleger für eine Gegenbewegung beim Bund-Future positioniert“, sagte Görgens.

Dazu kauften sie Short-ETFs, die von fallenden Kursen dieses Anleihenbarometers, das die Kurse zehnjähriger deutscher Staatsanleihen mit sechs Prozent Verzinsung anzeigt, profitieren. Darunter waren der Comstage ETF Commerzbank Bund-Future Short und der Comstage ETF Commerzbank Bund-Future Double Short.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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