Nach schweren Jahren
Cominvest am Wendepunkt

Das sechstgrößte deutsche Fondshaus hat schwere Jahre hinter sich. Es haperte an der Produktperformance und an einer tragfähigen Strategie – keine große deutsche Fondsfirma war in ihrer Existenz so bedroht wie die damalige Adig und heutige Cominvest. Jetzt deutet sich eine Trendwende an. Mit neuen Produkten will Cominvest Boden gutmachen.

FRANKFURT. „Die Krise ist beherrschbar“, sagt Sebastian Klein zu den Problemen am US-Kreditmarkt und den Börsen. Als Sprecher der Geschäftsführung der Cominvest will er an seiner mutigen Dax-Prognose von 10 000 Punkten festhalten. Eine ernsthafte Erschütterung an den Märkten könnte sowohl die geplante Produkt- und Vertriebsoffensive als auch das Comeback der Commerzbank-Fondstochter gefährden. „Aber wir rütteln nicht an unserer Strategie“, unterstreicht er gegenüber dem Handelsblatt.

Das sechstgrößte deutsche Fondshaus hat schwere Jahre hinter sich. „Wir hatten in früheren Jahren jedes Jahr Netto-Abflüsse von drei bis fünf Milliarden Euro“, erinnert Klein an die Zeit vor seiner Amtsübernahme im Frühjahr 2006. „Sterben auf Raten“, hieß es in der Firma.

Jetzt deutet sich eine Trendwende an. Im bisherigen Jahresverlauf sammelte die Cominvest netto rund 2,5 Mrd. Euro an frischem Kapital von privaten und institutionellen Kunden ein. „Wir sind auf dem richtigen Weg“, sagt Klein. Auch ein Consultant, der institutionelle Investoren berät, registriert „eine gewisse Aufbruchstimmung bei der Gesellschaft“.

Allein im Juli erhielt die Cominvest in Publikumsfonds – nach Zuflüssen von 0,4 Mrd. Euro im ersten Halbjahr – rund eine knappe Milliarde Euro. Mehr Mittel bekamen im Juli nur die größten Fondshäuser DWS und Deka. Das bringt den Cominvest-Leiter seinem Ziel näher, im „Geschäft mit privaten wie institutionellen Kunden gleich stark zu wachsen“. Bis zum nächsten Jahr will er das verwaltete Vermögen von aktuell knapp 62 Mrd. Euro auf 66 Mrd. Euro steigern.

Der jüngste Absatzerfolg bestärkt ihn auf dem vor rund einem Jahr eingeschlagenen Weg. Klein war damals aus dem gehobenen Privatkundengeschäft der Commerzbank zur Cominvest gewechselt und sollte dem schwächelnden Fondszweig auf die Beine helfen. „Den Fondsmanagern wurden wieder mehr Freiheiten gegeben, und die Gesellschaft besann sich auf ihre Stärken im Fundamentalresearch“, sagt ein ehemaliger Portfoliolenker der Cominvest.

Seite 1:

Cominvest am Wendepunkt

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%