Nach Solon-Pleite: Anleger schrecken vor Solarfonds zurück

Nach Solon-Pleite
Anleger schrecken vor Solarfonds zurück

Ein Fonds stoppt seinen Vertrieb, ein anderer macht dicht. Investoren sorgen sich nach der Solon-Pleite um die Unternehmen der Solarbranche. Zusätzlich belasten Ängste um Italien das Vertrauen der Anleger.
  • 1

DüsseldorfAuf den ersten Blick braucht ein Solarfonds-Anleger nur Sonne, um mit einem Investment glücklich zu werden. Zumal inzwischen die leidige Diskussion über Einspeisevergütungen in mehreren Ländern abgeschlossen scheint. Die Einspeisevergütung wird vom Staat auf Jahre hinaus festgelegt. Doch inzwischen kommen andere Risiken ins Blickfeld: Was geschieht, wenn ein Solarmodullieferant insolvent wird? Und: Kommt Italien heil aus der Euro-Krise?

Vor wenigen Tagen stoppte das Fondshaus Aquila den Vertrieb seines Fonds „Aquila Solarinvest V“, nachdem der Solarmodulhersteller Solon Insolvenz angemeldet hatte. Solon ist nicht nur Lieferant der Zellen, die Sonne in Elektrizität umwandeln, sondern sollte den Solarpark in Frankreich, in den der Fonds investiert, betreiben.

Zwei andere Fonds leiden unter der Sorge der Anleger um Italien. So nahm zuletzt der White Owl Capital (WOC), einer der Marktführer der vergangenen Jahre, seinen italienischen Solarfonds „WOC Nachhaltigkeit 04“ aus dem Vertrieb. Obwohl in Italien die Einspeisevergütung am höchsten ist und die Sonneneinstrahlung intensiver als in vielen europäischen Ländern, machten die Anleger einen Bogen um das Angebot. Dabei attestierte die Ratingagentur Scope dem Anbieter WOC: „Der Initiator kalkuliert nach 20 Jahren ohne einen Verkaufserlös vergleichsweise konservativ.“

Doch die potenziellen Solarfonds-Interessenten beruhigt das nicht. „Der Grund für die Zurückhaltung der Anleger gegenüber Solarfonds ist die Schockstarre, in die Anleger durch die Diskussionen um den Euro verfallen sind“, meint Hermann Klughardt, Geschäftsführer des WOC-Konkurrenten Voigt & Collegen.

Die pessimistischsten und risikoscheuen Anleger befürchten, dass Italien wieder zu einer eigenen Währung zurückkehren könnte. Und die wäre nicht so hart wie der Euro. Währungsverluste wären die Folge.

Seite 1:

Anleger schrecken vor Solarfonds zurück

Seite 2:

Die Einspeisevergütung ist in den meisten Fällen gesichert

Kommentare zu " Nach Solon-Pleite: Anleger schrecken vor Solarfonds zurück"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Aehnlich wie am Grauen Kapitalmarkt geht es bei "Erneuerbaren Energien" darum Illusionen zu wecken und das eingesammelte Geld idealerweise in einem Nichts verschwinden zu lassen. Insofern gehen diese Branchen ineinander über. Geschlossene Fonds haben hohe "weiche Kosten" (Direkte und indirekte Provisionen) so dass die Anleger häufig nur mit Glück Freude an ihrer Anlage haben.

    Aufgrund dessen dass die Sonneneinstrahlung auf diesem Planeten unzureichend ist um diese für eine industrielle Stromerzeugung nutzen zu können hängen alle Solarenergieprojekte vollständig von den Subventionsregelungen der Staaten ab.

    Aufgrund der finanziellen Ueberforderung haben bereits einige Staaten, teils rückwirkend, z.B. Spanien, die Einspeisevergütungen gekürzt. Aufgrund der politischen Situation erscheint es unwahrscheinlich, dass die Betreiber derartiger Anlagen 20 Jahre lang die zugesagten Subventionen für den wertlosen umweltschädlichen Solarstrom ungekürzt erhalten. Staaten sind sehr kreativ wenn es darum geht unerwünschte Lasten abzuwerfen.

    Ich nehme an dass die Solarblase in den kommenden Jahren platzen wird und es sehr viele Menschen geben wird die - mit Freude die Subventionen zu Lasten der Gesellschaft kassiert haben - darauf verbittert reagieren werden.

    Vandale

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%