Nach Verlusten
Öl-Hedge-Fonds schließt die Tore

Einer der prominentesten Rohstoff-Hedge-Fonds gibt auf. Die beiden Gründer Pierre Andurand und Dennis Crema haben beschlossen, den Bluegold Capital geordnet zu liquidieren. Warum der Fonds aufgeben musste.
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LondonDer Bluegold Capital wird abgewickelt. 98 Prozent des verwalteten Vermögens soll noch in diesem Monat an die Investoren zurück gezahlt werden.

Bluegold galt in den vergangenen Jahren als einer der erfolgreichsten Hedge-Fonds, wenn es um Wetten auf den Ölmarkt ging. Andurand und Crema hatten ihren Anlegern im Krisenjahr 2008  mit korrekten Prognosen des Ölpreises einen Gewinn von über 200 Prozent beschert. Ein Jahr später meldete Bluegold ein Plus von 50 Prozent.

Im vergangenen Jahr lagen die beiden Star-Ölhändler mit ihren Vorraussagen für den Ölmarkt allerdings daneben. Ihr Hedge-Fonds verlor 35 Prozent an Wert und die Verluste ließen das verwaltete Vermögen von Bluegold von zwei Milliarden Dollar auf nur noch 1,2 Milliarden Dollar schrumpfen. Für Andurand und Crema offenbar Grund genug den Fonds mit Sitz in London nach vier Jahren zu schließen.

Andurand startete seine Karriere im Rohstoffhandel der US-Investmentbank Goldman Sachs, bevor er zum diskreten Schweizer Rohstoffhändler Vitol wechselte. Dort soll er zusammen mit seinem Kollegen Crema mit erfolgreichen aber auch riskanten Wetten auf den Ölmarkt über Jahre hinweg für attraktive Renditen gesorgt haben.

Bluegold ist bislang das prominenteste Opfer unter den Rohstoff-Fonds, aber auch andere Vermögensverwalter hatten in diesem Sektor im vergangenen Jahr mit Problemen zu kämpfen. Bluegold wurde von einer Verkaufswelle am Ölmarkt im vergangenen Mai auf dem falschen Fuß erwischt. Wachsende Zweifel an der Erholung der Weltwirtschaft hatten damals zu einem Preissturz an den globalen Rohstoffmärkten geführt. Innerhalb kurzer Zeit verlor das Portfolio von Bluegold über ein Viertel seines Wertes. Von diesem Rückschlag konnte sich der Fonds offenbar nicht mehr erholen. Der weltgrößte Rohstoff-Hedge-Fonds, Clive Capital, fuhr damals nach Informationen der "Financial Times" innerhalb einer einzigen Woche Verluste von 400 Millionen Dollar ein und beendete das Jahr 2011 ebenfalls mit einem Minus..

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  • Für die Manager kein Problem!
    Für den Anleger schon. Mal gewinnt man mal verliert man.
    Der Manager gewinnt immer. Mal mehr mal weniger. Die Verluste hat immer der Anleger!

  • Da haben wohl die Short sellers bessere Karten gehabt .

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