Nachgefragt: Christian Strenger
„Der Druck muss steigen“

Christian Strenger über die neue Entwicklung, dass Fondsmanager stärkeren Druck auf die Unternehmen ausüben, von denen sie Anteile halten.

HB DÜSSELDORF.Wie zuletzt auf der Hauptversammlung von Daimler-Chrysler machen die Fonds mehr Druck auf die Führung von Unternehmen, an denen sie Anteile halten. Begrüßen Sie diese Entwicklung?

Auf jeden Fall. Dies ist Teil des demokratischen Prozesses zwischen Aktionären und Unternehmensführung. Die Firmen sind ja meist nicht feindlich eingestellt gegenüber den Fonds. Sie bitten die institutionellen Anleger sogar oft darum, konstruktive Kritik zu üben. Die Fonds müssen, falls die Leistung des Managements nachhaltig defizitär ist, Veränderungsdruck ausüben. Das erwarten die vielen Millionen Kunden. Und bei Daimler Chrysler hat es bei der Mitsubishi-Entscheidung sicher eine Rolle gespielt.

Werden institutionelle Investoren in Deutschland mittel- bis langfristig genauso viel Einfluss auf die Firmen bekommen wie in den USA oder Großbritannien?

Bis wir in Deutschland auf dem Stand der angelsächsischen Länder angekommen sind, gibt es noch viel zu tun. Aber auch die deutschen Fondsgesellschaften nehmen diese Aufgabe mittlerweile sehr ernst...

…dennoch halten die Fonds einzeln nicht genug Anteile an den Unternehmen, um wirklich etwas zu verändern. Warum gehen die Fonds nicht gemeinsam vor?

Das ist in der Tat ein Problem. Die deutschen Fondsgesellschaften müssen in angezeigten Fällen besser zusammenarbeiten, um mehr Einfluss zu bekommen. Das klappt in den USA, in Großbritannien und auch in Frankreich schon viel besser. In Deutschland verfolgen die Fondsgesellschaften noch zu sehr individuelle Ziele. Aber es gibt unter ihnen bereits erste Gespräche.

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