Nachgefragt: Peter Ahmels
„Weiter schwächere Standorte nutzen“

Peter Ahmels, Präsident des Bundesverbandes Wind-Energie in Osnabrück, über die Novelle des Erneuerbaren-Energie-Gesetzes.

Müssen Investoren in Windkraftanlagen befürchten, dass die Einnahmen ihrer Fonds weiter sinken, wenn die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) in Kraft tritt?

Die sinkenden Einnahmen hängen mit dem schwachen Windjahr zusammen. Sie werden auf lange Sicht wieder kompensiert werden. Ein Ende der Windkraftfonds ist deshalb nicht in Sicht. Wir gehen davon aus, dass das neue EEG am 1. April oder 1. Juli 2004 in Kraft tritt. Die Novelle des EEG bezieht sich aber nur auf neue Projekte, die noch gar nicht im Vertrieb sind.

Wie werden sich die Angebote an die Privatanleger durch die EEG-Novelle verändern? Sie werden sich kaum verändern, allerdings wird gespart werden müssen. Dies ist auch mit dem neuen EEG beabsichtigt. Die Effizienz soll gesteigert werden.

Was würde der Bundesverband Wind-Energie gerne am EEG-Entwurf ändern?

Wir möchten auch in Zukunft die Option haben, mit neuer Technik auch schwächere Standorte nutzen zu können. Die jetzt vorgesehene Regelung schneidet jedoch alle Standorte unterhalb eines Grenzwertes von der Vergütung ab.

Was wird aus Windkraft-Projekten, die noch keinen Strom einspeisen?

Eine Übergangsfrist ist notwendig. Auch für lediglich baugenehmigte Projekte, die noch nicht am Netz sind, sollte noch das alte Gesetz gelten.

Die Anbieter von Windkraftanlagen hoffen auf das Ersatzgeschäft. Warum kommt es nicht in Gang?

Der Anreiz für den Ersatz bestehender durch leistungsfähigere Anlagen – das so genannte Repowering – muss erhöht werden. Nicht mehr die dreifache, sondern die eineinhalbfache Leistung sollte zur Förderung ausreichen.

Im Hintergrundpapier zur EEG-Novelle heißt es: „An guten Windstandorten im Binnenland wird in den kommenden Jahren der Schwerpunkt des Ausbaus der Windkraftnutzung liegen.“ Die Branche klagt schon jetzt, dass die Standorte in Deutschland knapp seien. Wo sehen Sie noch Potenzial?

Der Ausbau im Binnenland wird in den nächsten Jahren – bei jetzigem Planungsstand mit abnehmender Tendenz – den Marktschwerpunkt bilden müssen. Anlagen auf See und Anlagenexport werden erst in einigen Jahren die Kapazitäten der Anlagenanbieter auslasten können. Aber der Bundesverband Wind-Energie geht davon aus, dass durch neue Planungen auch neue Standorte ausgewiesen werden. Die Gemeinden, die positive Erfahrungen gemacht haben, sind durchaus für Neuplanungen offen.

Künftig werden Anlegern häufiger Windparks auf See – so genannte Offshore-Parks – angeboten werden. Worauf sollten sie achten?

Sie sollten darauf achten, dass das erhöhte Risiko der Offshore-Parks auch angemessen verzinst wird.

Die Fragen stellte Reiner Reichel.

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