Nachgerechnet
Denn sie wissen nicht, wohin das Geld fließt

Ein neuer Fonds von Cis kommt als „Blind Pool“ auf den Markt. Sparer unterzeichnen einen Freibrief. Sie ahnen meist nicht, welche Risiken sie damit eingehen.
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DüsseldorfMit dem „Premium Renditefonds ’10“ der Fondsgesellschaft Cis Deutschland AG können Fondsanleger noch bis Ende 2012 einen Fonds zeichnen, der, so steht es im Vorwort, in seinem Konzept „sicherlich einzigartig ist“. Einzigartig ist er ganz gewiss. Es ist ein „Blind Pool“, ein Sammelbecken, in das die Sparer blind investieren: Sie wissen nicht, wohin das Geld am Ende fließt.

Das Management hat sehr viel vor: Die Erträge herkömmlicher Bank- und Versicherungsprodukte sind laut Prospekt „lächerlich“. Hohe zweistellige Renditen will der Fonds erwirtschaften. Warum nicht gleich selbst wie eine Bank agieren? Geld billig aufnehmen und es teurer verleihen – solche Zinsdifferenzgeschäfte sind eines der geplanten Standbeine. Weiter will der Fonds in Immobilien investieren, will Prozesskosten finanzieren, ach ja, auch Erneuerbare-Energie-Anlagen sind im Mix; erlaubt sind auch jede Art von Kapitalanlagen sowie Investmentfonds und Unternehmensbeteiligungen. Kurzum, dieser Fonds ist eine Wundertüte – und damit das Fondsmanagement auch wirklich alle Freiheiten hat, können die Investitionsmittel auch direkt an den Vorstand und seine Partner, wie etwa die CIS-Vertriebsgesellschaft fließen. „Das ist völlig unüblich“, sagt Fondsanalystin Heike Eberius-von Hammel, die für die Fachportalseite Fondstelegramm schreibt.

Anleger stellen dem Management also einen Freibrief aus. Eine „Vertrauensinvestition“ heißt es im Prospekt. Wer keine Zeit hat, ihn ganz durchzulesen, sollte zumindest Punkt zwei, die Risiken, studieren. Dort steht, es könne nicht sichergestellt werden, dass tatsächlich so investiert werden könne wie geplant. Es kann also passieren, dass auch die Renditen dieses Fonds auf das „lächerliche“ Niveau herkömmlicher Bank- und Versicherungsprodukte zurückfallen. Und es kann noch schlimmer kommen: Das Maximalrisiko besteht im vollständigen Verlust des Einsatzes.

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Noch ein kritischer Punkt

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