Nachgerechnet Die wahren Kosten alter Aktienfonds

Vor 2009 gekaufte Fonds sind steuerlich besonders günstig. Kursgewinne kann der Anleger noch voll einstreichen, ohne dass der Fiskus zulangt. Doch hohe Nebenkosten können diesen Vorteil rasch zunichte machen.
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Nachgerechnet: die wahren Kosten eines alten Aktienfonds

Nachgerechnet: die wahren Kosten eines alten Aktienfonds

DüsseldorfEin Handelsblatt-Abonnent aus Offenburg wollte von uns wissen, ob er seinen relativ teuren Aktienfonds, den Allianz Vermögensbildung Deutschland A (WKN: 8475062) behalten oder gegen einen deutlich kostengünstigeren Indexfonds eintauschen soll. Den Allianz-Fonds hat er noch vor 2009 gekauft, seine Kursgewinne sind also steuerfrei. Mit Steuerersparnissen hat auch seine Bank argumentiert: Unbedingt behalten. Doch auf den zweiten Blick zieht das Argument Steuern hier nicht unbedingt.

Die Fonds-Verwaltung, die in deutsche Aktien investiert, zog den Sparern zuletzt 1,79 Prozent ihres Vermögens für Verwaltungs- und Depotgebühren (Total expense ratio) ab. Hinzu kam 2012 noch eine erfolgsabhängige Gebühr von 0,9 Prozent. Macht 2,69 Prozent Nebenkosten. Das ist ziemlich viel. Ein Indexfonds auf deutsche Aktien, etwa von DBX-Trackers, würde dagegen nur rund 0,15 Prozent kosten. Wir haben hier also einen Gebührenunterschied von 2,54 Prozent. Würde der Anleger jetzt aber den Fonds durch ein kostengünstigeres Produkt ersetzen, dann müsste er alle künftige Kursgewinne am Ende mit einem Satz von mindestens 26,38 Prozent versteuern.


Ob es sich lohnt, den teuren Fonds zu behalten, hängt von den Kursgewinnen ab. Die Steuerersparnis muss mindestens so groß wie die Mehrkosten des Fonds sein, damit es sich lohnt, ihn zu halten. Das ist eine einfache Dreisatz-Rechnung: Kursgewinn mal gesparter Steuersatz muss mindestens gleich dem Gebührenunterschied von 2,54 Prozent sein. Stellt man die Gleichung um, kommt man auf einen Kursgewinn von mindestens 9,63 Prozent, ab dem sich der Fonds rechnet. Angenommen, die Entwicklung des Fonds läuft ähnlich wie bei einem breiten deutschen Aktienindex, dann müssten die Märkte also Jahr für Jahr um fast zehn Prozent steigen, wenn der Allianz-Fonds sein Geld wert sein soll.

Das hat das Produkt in den letzten viereinhalb Jahren locker geschafft, die Aktien sind ja, abgesehen von 2011, ordentlich gestiegen. Längerfristig werfen Aktien aber weniger ab. Man rechnet um die acht Prozent Plus im Jahr. Sollte es eine längere Seitwärtsphase geben oder gar Kurseinbrüche, schlagen die Kosten des Fonds voll auf das Vermögen durch.

Gebühren sind für Laien kaum nachvollziehbar
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6 Kommentare zu "Nachgerechnet: Die wahren Kosten alter Aktienfonds"

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  • bleibt ein Anleihen Fonds ( Carmignac Securite ) gekauft vor 2009 ebenfalls steuerfrei beim Verkauf ?

  • Unter http://www.fonds-etf.de/Vergleichsrechner_ETF-Fonds_zu_aktiven_Fonds gibt es einen Vergleichsrechner genau diese Problematik aufzeigt. Jeder der in Fonds investiert oder investiert ist sollten wenigstens ungefähr wissen welchen Preis er dafür bezahlt - und der ist enorm hoch - nicht umsonst können immer neue Glaspaläste der Banken entstehen.

  • Die Fondsgebühren und sonstige Kosten sind m.E. bei fast allen Fonds zu hoch. Besonders ärgerlich bei DWS Vermögensbildung I, da sich über die Jahre gesehen die Ausschüttungen doch sehr in Grenzen halten. Von Vermögensbildung für den Sparer keine Spur.

  • Was man auf jeden Fall aus dem Depot schmeißen sollte sind teure Geldmarktfonds von vor 2009.

    Die Zinsen werden definitiv nicht mehr signifikant steigen (die finanzielle Repression lässt grüßen) und neben der Inflation zehren denn auch noch Gebühren an den Erträgen

  • Richtig.

    Übrigens: Sollte man mal einkommens-mäßig ein schlechtes Jahr haben und mit seinem ESt-Satz unter 25% liegen, kann man einen Fonds auch auflösen und dann nur mit seinem tatsächlichen Steuersatz unter 25% (+Soli) versteuern (Günstiger-Prüfung).

  • Die Rechnung ist bicht nachvollziehbar ? Und Es sind nicht mindestens 26,38% Steuer sondern Maximal 26,38% Steuern da es sich um die Abgeltungssteuer handelt

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