Nachgerechnet Wald-Anlagen rechnen sich erst spät – wenn überhaupt

Mit hohen Renditen locken Teakholzplantagen die Anleger. Doch wer hier investieren will braucht sehr viel Geduld und noch mehr Vertrauen. Welche Risiken bei der Holzanlage zu beachten sind.
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Holziges Investment

DüsseldorfDie Werbung ist im Internet kaum zu übersehen. Zwölf Prozent Rendite pro Jahr verspricht die Schweizer Gesellschaft Life Forestry für ein Investment in Teakholzplantagen. „Das natürliche Kraftpaket für Ihr Portfolio“ soll es sein. Doch der Anleger muss hier viel glauben und kann nur wenig prüfen. Sicher ist nur: der Sparer gibt sein Geld erst mal für volle zwanzig Jahre weg.

So soll es funktionieren: Kunden kaufen ab 100 Teakholzsetzlinge aufwärts in Plantagen in Costa Rica oder Ecuador, warten, bis die Bäume ausgewachsen sind, und dann winkt eine schöne Holzernte.
1.100 Setzlinge passen beispielsweise auf einen Hektar Land. Sie sollen bei Life Forestry inklusive Nebenkosten 37.400 Euro kosten. Pflege über 20 Jahre eingeschlossen. Am Schluss lässt sich das Holz nach einer Modellrechnung im Idealfall für das Achtfache des Einsatzes verkaufen– daher die zwölf Prozent Rendite pro Jahr.

Doch 37.400 Euro für einen Hektar frisch gepflanzter Bäume – das ist schon mal ein stolzer Preis. Zumal dem Käufer nur die Bäume gehören, nicht das Grundstück. Zum Vergleich: Die Sharewood AG, die ein ähnliches Konzept hat, verkauft 1.100 Setzlinge plus Aufzucht für 23.000 Euro. Konkurrent Forest Finance nimmt 25.000 Euro.

Der Grund kostet in Costa Rica nach Einschätzung des Betreibers der Handelsplattform investingalternatively.com, Cyrill Haenni, rund 4.000 bis 7.000 Euro pro Hektar. Aber den bezahlt der Kunde ja gar nicht, das Land bleibt in Besitz von Life Forestry. Für Aufforstung und Pflege rechnen Experten rund 15.000 Euro.

Und der Rest? Wie viel geht ins Marketing? Wie hoch ist die Spanne von Life Forestry? Und wie viel geht in eine Stiftung? Eine Stiftung soll einspringen, wenn Forestry Life oder eine Tochter pleitegeht. Doch Details zum Geschäftsplan behält Life Forestry weitgehend für sich. Bei Investments in Tropenbäume besteht keine Prospektpflicht.

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7 Kommentare zu "Nachgerechnet: Wald-Anlagen rechnen sich erst spät – wenn überhaupt"

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  • 12%! Wenn diese Rendite rechtmässig erwirtschaftet wird, sind alle anderen Anleger auf dieser Erde Deppen oder - noch schlimmer - demente Alzheimerpatienten. Je mehr Rendite erwirtschaftbar ist, um so radikaler werden die Anstrengungen nach Schaffung von Möglichkeiten (Karl Marx im KAPITAL). Die können niemandem erzählen, dass diese Rendite klimaneutral ist! Sie müssten alle Konkurrenten ausschalten, welche neben ihnen den Markt bearbeiten. Und das ist UNMÖGLICH! Also sind das Lügner und Betrüger, arbeiten mit gleichen oder zumindest ähnlichen marktschaffenden Methoden wie alle anderen Anbieter auch! SIE KÖNNEN NICHT AM MARKT VORBEI DERARTIGE RENDITE ERWIRTSCHAFTEN!
    UND SIE MÜSSEN EINE MARGENLINIE ZWISCHEN ERWERB UND VERKAUF EINRICHTEN, WELCHE DIE BEREITSTELLER ODER INVESTOREN ÜBERVORTEILEN MUSS!

  • Wir koennen dies nur unterstreichen!
    Bbeste Gruesse
    www.Forest-of-Peace.org

  • Ich bin argentinier und wir pflanzen Pinus und Eucaliptus im tropischem Norden. Fuer pflanzung un pflege 3 Jahre lang braucht mann ins gesammt 1.500 Euro pro hectar, nach 20 Jahre bekomt man ungefaehr 8-9 tausend Euro Zurueck, auserdem bekommt man 500 Euro zurueck vom Staat am 2tem Jahr, so die zahlen der Sweizer stimmer gar nicht. Gruesse, Denis Degener, Eldorado, Argentinien

  • Life Forestry steht auch auf der "Warnliste" von Stiftung Warenstest. Anleger die bei diesen Firmen investierten, verloren meistens Teile ihres Investments oder sogar ihr Gesamtinvestment.

  • Das ist doch alles nur Spekulation @Carsten. Welches Investment ist schon über 20 Jahre hinweg sicher??? Wer langfristig Geld anlegt, hat immer mit einem Risiko zu rechnen. Dafür hat er unter Umständen eine sehr hohe Rendite. Ich würde mein Geld streuen und einen Mix aus mehreren Anlageformen machen. Holz ist hier sicher eine gute Alternative. Und meine FREUNDE sind so schlau und würden bei einem seriösen Anbieter durchaus mitmachen. (-:

    Offenbar hat das Handelsblatt in dieser Sache mal wieder ziemlich mies recherchiert. Wäre ja nicht das erste mal.

    Grüsse
    Walter

  • Was sind schon zwanzig Jahre bei ökologischer Wirtschaft?
    Manche Hecken brauchen ähnliche Zeiten.

  • Absolut richtig! Da werden gutgläubige Investoren gesucht, die auf der grünen Welle mitreiten wollen. Vielleicht läßt sich das Gewissen damit etwas beruhigen, hat man doch Gutes getan!? Aus dem Freundeskreis (Holzwirtschaft) weiß ich, dass diese Art von Investment unkontrollierbar ist. Egal ob Schädlinge, Naturkatastrophen oder Regierungen und Gesetzgebung. So geschehen, wurde in manchen Fällen Gesetze geändert. U.a. wurde verlangt, dass das Holz lokal verarbeitet werden muss. Also müssen Holzfabriken gebaut werden. Je nach Land verschwinden Teile der Fabriken und Ersatzteile für den laufenden Betrieb schneller als das Holz geschnitten wird. Zusammenfassend gesagt: Für Unternehmen mit mehreren Generationen Erfahrung und Verbindungen im Mix in Ordnung. Für alle "Fondsmanager", Produktmanager und Träumer mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Verlustgeschäft. Meine Freunde würden NIEMALS in soetwas investieren. Obwohl sie wissen, dass man mit Holz (eigentlich) Geld verdienen kann.

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