Nachgerechnet Wie Publikumsfonds bei Anlegern abkassieren

Neuerdings verlangen immer mehr Fonds erfolgsabhängige Gebühren - zusätzlich zu den üblichen Kosten. Das schmälert die Rendite schnell um mehr als ein Prozent. Ein Beispiel ist das Flaggschiff der Deka-Gruppe.
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Bonus für Negativrendite

Bonus für Negativrendite

DüsseldorfEigentlich kennt man so etwas eher von hochraffinierten Hedge-Fonds für Profis: Mit erfolgsabhängigen Gebühren lässt sich das Management für besonders gute Leistungen honorieren. Doch inzwischen ist ein Großteil der großen Publikumsfonds ebenfalls klammheimlich dazu übergegangen, von Anlegern eine solche Belohnung für das Management zu kassieren – zusätzlich zu allen anderen Gebühren. Wenn das Management es schafft, eine selbstgewählte Hürde zu schlagen, bekommt es noch mal ein extra Honorar.

So auch beim altbekannten DekaFonds Classic, in dem über drei Milliarden Euro Sparergeld stecken. Er investiert überwiegend in deutsche Aktien. Im Prospekt steht es neuerdings im Kleingedruckten auf Seite 16: „Die Gesellschaft kann... eine täglich berechnete erfolgsbezogene Vergütung erhalten...“ Als Vergleichsmaßstab dient dabei der HDax Total Return Index, ein breit gefasster deutscher Aktienindex, der als Messlatte durchaus geeignet ist.

Bonus für Negativrendite

och ärgerlich wird es einen halben Satz weiter: Die neue Gebühr kann „auch bei negativer Wertentwicklung“ des DekaFonds fließen, also wenn der Fonds im Minus landet. Sollte die Messlatte nämlich noch stärker abgestürzt sein, wäre der Fonds gegenüber dem Index ja immer noch besser.

Und dann noch das: Damit der Abstand zum HDax nicht zu klein wird, zählt beim Vergleich die Entwicklung des Fonds vor Abzug der fixen Verwaltungskosten. Von der Bruttospanne, um die die Manager besser waren als der Index, dürfen sie 25 Prozent extra kassieren. Da bleibt vom Renditevorsprung des Fonds am Ende oft nur sehr wenig übrig.

Erfolgsgebühr sorgt nicht für Erfolge
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5 Kommentare zu "Nachgerechnet: Wie Publikumsfonds bei Anlegern abkassieren"

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  • ich verstehe es immer weniger...wir haben Internet, ich kann gucken in welche Aktien jeder Fond investiert. Ich kann selber recherchieren...ich rege mich nicht ueber Fondgebuehren auf...weil? ich mache dasselbe wie die fonds, nur mit der einmaligen kKaufgebuehr meines Onlinebrokers...
    so what?

  • Bei dem Laden überrascht mich wirklich nichts mehr. Hatte meine vermögenswirksamen Leistungen in diesen Dekafonds angelegt und fristlos gekündigt, nachdem das hochbezahlte Deka-Management 2011 noch unter der (negativen) DAX-Entwicklung geblieben war. Dass diese Nieten im Nadelstreifen auch noch Gebühren für ihre (Miss-)Erfolge haben wollen, schlägt dem Fass den Boden aus. Der Autor sollte auch die Ausschüttungspolitik des Dekafonds unter die Lupe nehmen. Von den guten Dividenden der DAX-Unternehmen sehen Dekafonds-Sparer fast nichts. Hans-Jürgen

  • Kosten für Fonds, Ausgabeaufschläge z.B.5% plus TER 2%. Also z.B. rund 7% Kosten.
    Frage:,Was bleibt den Kunden? Bei den Märkten in den letzten 10 Jahren, eigentlich nix. Und warum Fondsmanager? Keine Ahnung.
    Aber das ist ja auch was, oder?

  • Sie hätten anmerken sollen, dass alle deutschen Publikumsfonds zum Jahresende ihre Gebührenmodelle von der BaFin genehmigen lassen müssen. Auch bestehende Altfonds. Da wird es Bewegung geben, weil die Aufsicht Musterklauseln vorgegeben hat. Mehr auf vv.de (unter "Workshop").

  • Und fleißig sägen sie an dem Ast auf dem sie sitzen...

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