Nachhaltigkeit
Dachfonds entdecken Öko

Unter dem Oberbegriff "Nachhaltigkeit" wurden in den vergangenen Jahren immer mehr so genannte Öko-, Nachhaltigkeits- und Ethikfonds aufgelegt. Jetzt kommt die zweite Welle: Öko-Dachfonds versprechen Anlegern ein gutes Gewissen und weniger Arbeit bei der Suche nach grünen und ethisch einwandfreien Investments.

Globalisierung und Umweltbewusstsein - passt das zusammen? Wirtschaftswachstum ohne Verlierer - ist das möglich? Anlegern, die sich nicht ständig die Frage stellen wollen, ob sie mit ihren Investments auch Drogen und Glücksspiel finanzieren, bietet die Fondsbranche seit einigen Jahren sogenannte Nachhaltigkeits-Fonds an, manchmal auch kurz "Öko-Fonds" genannt, obwohl der Umweltgedanke oft nur eine untergeordnete Rolle spielt.

Es geht um mehr. Geld nach ethischen Grundsätzen zu investieren, kann jeweils politisch, durch den Glauben oder sogar durch Gesetze motiviert sein. Während beispielsweise einige Kirchen als institutionelle Anleger mehr auf Aspekte wie Umwelt und Gentechnik (Bewahrung der Schöpfung) achten, spielen für Pensionskassen, die über ihre Anlagepolitik Rechenschaft ablegen müssen, beispielsweise soziale Standards und zukunftsfähige Innovationen eine wichtigere Rolle.

Europaweit investierten institutionelle Investoren zuletzt mehr als eine Billion Euro in Fonds mit SRI-Bezug (Socially Responsible Investments), Tendenz steigend. Insbesondere Pensionskassen haben das Thema SRI seit einigen Jahren für sich entdeckt: In Großbritannien, Schweden, Kanada, Frankreich, Österreich und Norwegen sind sie sogar verpflichtet, ihre Investments nach Kriterien anzulegen, die weit über Renditevorgaben hinausgehen. Der norwegische Pensionsfonds, weltweit die Nummer eins, hat mittlerweile ethisch zweifelhafte Unternehmen aus seinem Portfolio entfernt.

Private Investoren rücken nach

Während institutionelle Anleger verstärkt Wert auf nachhaltiges Investieren legen, sind die Zahlen bescheidener, wenn es ums private Portemonnaie geht. "Das Thema Nachhaltigkeit ist bei Privatanlegern noch eine Nische", sagt Lidija Marjanoviæ von scoris, einer Investment Research Agentur, die sich auf das Thema Nachhaltigkeit spezialisiert hat. Rund 400 Öko-Fonds gibt es in Europa. 186 Fonds mit einem Gesamtwert von rund 27,5 Milliarden Euro sind nach Berechnungen des Sustainable Business Institute (SBI) in Deutschland, Österreich und Schweiz derzeit zum Vertrieb zugelassen. Das sind gerade einmal 0,1 Prozent des in Deutschland in Publikumsfonds angelegten Privatvermögens.

"Doch Nachhaltigkeit-Investments sind ein Wachstumsmarkt", stellt Marjanoviæ fest. Vor zehn Jahren steckten in Deutschland gerade einmal 300 Millionen Euro in ethischen Publikumsfonds. Das Anlagevolumen hat sich seitdem also etwa verzehnfacht. Allein in den vergangenen drei Jahren haben sich die Investments in SRI-Fonds mit deutschen Aktien um durchschnittlich 253 Prozent erhöht. Zum Vergleich: Das Vermögen aller Fonds mit deutschem Aktieninvestment legte im gleichen Zeitraum lediglich um 135 Prozent zu. Der Nachhaltigkeitsmarkt wächst also überproportional stark.

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