Nachhaltigkeit
Fonds wollen grüner werden

Offene Immobilienfonds berücksichtigen bei Investitionsentscheidungen zunehmend die Umwelt- und Sozialverträglichkeit von Immobilien. Auch beim Management des Gebäudebestands sollen entsprechende Kriterien ein größeres Gewicht bekommen. Das ergab eine Handelsblatt-Umfrage bei großen Fondsanbietern.
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BERLIN. Union Investment Real Estate führt seit Jahresbeginn ein „Nachhaltigkeitsscreening“ bei der Ankaufsprüfung durch. Abgelehnt werden Gebäude mit nicht optimalen Energieeffizienzwerten. „Auch unsere Bestandsgebäude unterziehen wir einem Nachhaltigkeitscheck, aus dem wir Ziele und Maßnahmen für jedes Gebäude ableiten“, sagte Vorstand Frank Billand dem Handelsblatt.

So geschehen bei der derzeitigen Komplettsanierung des denkmalgeschützten „Emporio-Hochhauses“ in Hamburg, das man sich 270 Mio. Euro kosten lässt. Vorgaben gibt es für Energie und Klimaschutz, Wasserverbrauch, Abfall und Recycling, Effizienz und Flexibilität, Standortqualität sowie Gesundheit und Wohlbefinden. Die Kohlendioxidemissionen werden um 64 Prozent sinken, desgleichen die Betriebskosten für Heizung und Kühlung. Das Objekt erhielt ein Vorzertifikat in Silber vom Deutschen Gütesiegel für nachhaltiges Bauen (DGNB).

Bei UBS Real Estate wird dieser Tage ein Zielkatalog verabschiedet, wonach Checklisten für Akquisitionen, Mietverträge, Lieferantenverträge und Leistungsansprüche an Bauunternehmen um nachhaltige Aspekte zu erweitern sind. Für den Ankauf gibt es Ausschlusskriterien, etwa hohe Schadstoffbelastung, unflexible Grundrisse oder Mieter aus ethisch fraglichen Branchen. Eine Nachhaltigkeitsanalyse identifiziert zurzeit nach DGNB zertifizierbare Gebäude. Neubauten sind nur noch danach zu bewerten. Bisherige Ankaufsausbeute in Deutschland: drei Gebäude. Im Ausland hat UBS vier zertifizierte Immobilien.

Pramerica Real Estate Investors hat kürzlich den TMW Immobilien Weltfonds strategisch neu ausgerichtet: Bei allen Anlageentscheidungen werde Nachhaltigkeit beachtet,sowohl beim Objektportfolio als auch bei der Anlage der Liquidität, heißt es. Da grüne Gebäude noch Mangelware sind, geht der Fonds einen Kompromissweg: Er kann neue Objekte vorrangig unter ökonomischen Vorzeichen erwerben, sofern er ihre ökologische Weiterentwicklung sichert. Bisher ließ Pramerica 17 der 29 Bestandsobjekte unter Nachhaltigkeitsaspekten durch einen externen Experten analysieren. Für die Bürogebäude gibt es ökologische Maßnahmenpläne, die bis 2010 umzusetzen sind. Bis 2012 sollen für alle Objekte Maßnahmenpakete definiert, budgetiert und gestartet sein. Kaum sanierungsfähige Objekte will der Fonds schrittweise abstoßen. Bis 2015 sollen drei Viertel des Portfolios zertifiziert sein.

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