Nachholbedarf in Deutschland
Pensionsfonds verbessern die Finanzplanung

Eine an künftigen Zahlungsverpflichtungen orientierte Anlagestrategie wird für Manager von Altersgeldern immer wichtiger.

HB FRANKFURT. Jeder fünfte Pensionsfonds in Europa nutzt schon ein „Liability-Driven Investment“ (LDI) – so heißt dieser Ansatz, bei dem Anlage- und Auszahlungfristen aufeinander abgestimmt werden. Das ist das Ergebnis einer Umfrage von JP Morgan Asset Management unter Vertretern von 214 Pensionsplänen mit einem Gesamtvermögen von knapp 750 Mrd. Euro.

Laut Gottfried Hörich, Leiter institutioneller Vertrieb bei JP Morgan Asset Management in Deutschland, sind viele Vorsorgeeinrichtungen kaum vorbereitet. Sie konzentrierten sich bei ihren Kapitalanlagen auf Anleihen mit fünf bis 15 Jahren Laufzeit, während die durchschnittliche Auszahldauer für Pensionsgelder mehrere Jahrzehnte betrage. Das bereite Probleme bei Änderungen des Kapitalmarktzinses.

„Die mittlere Anleihelaufzeit müsste zur durchschnittlichen Auszahldauer der Altersgelder passen“, sagt Hörich. Ideal wäre daher eine Situation, bei der Deckungsgleichheit durch lang laufende Anleihen oder entsprechende Derivate hergestellt werde.

In entwickelten Pensionsmärkten wie den Niederlanden, Dänemark, Schweden und Großbritannien begünstigt laut JP Morgan das nationale Recht für Pensionskassen LDI-Konzepte. „Diese Strategien werden viel häufiger umgesetzt, wenn es erforderlich ist, Pensionsverpflichtungen zu Kapitalmarktkonditionen zu bewerten“, sagt Hörich. In Deutschland werde das Thema noch vernachlässigt.

Doch europaweit beginnt ein Umdenken. So wollen die Vorsorgeeinrichtungen die Bondlaufzeiten erhöhen, in den Niederlanden etwa von 10,5 auf 13,8 Jahre. Außerdem dürften auf EU-Ebene laut JP Morgan die neuen Eigenkapitalanforderungen für Versicherer (Solvency II), die bei wachsender Lücke zwischen Anleihekapital und Auszahlverpflichtungen auch höhere Eigenkapitalanforderungen stellen, den Druck erhöhen.

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