Nächste Schließung
Auch Morgan Stanley lässt Immobilienfonds sterben

Die Krise der offfenen Immobilienfonds in Deutschland spitzt sich weiter zu. Auch zwei Jahre nach der Finanzkrise sind viele Fonds in Liquiditätsnöten. Mit dem P2 Value von Morgan Stanley muss jetzt der dritte Immobilienfonds abgewickelt werden.
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HB FRANKFURT. Selbst die massiven Abwertungen haben nichts gebracht - Die Krise der offenen Immobilienfonds in Deutschland fordert ein drittes Opfer. Der seit knapp zwei Jahren eingefrorene Morgan Stanley P2 Value werde aufgelöst, die Gebäude verkauft und das noch vorhandene Vermögen ausgezahlt, teilte die Verwaltungsgesellschaft am Dienstag in Frankfurt mit. In dem Fonds waren zeitweise mehr als zwei Milliarden Euro angelegt. Nach Angaben des Managements sind rund 40 000 Anleger betroffen.

Der 2005 aufgelegte Fonds war auf dem Höhepunkt der Finanzkrise im Herbst 2008 unter Druck geraten. Von den einst 2,3 Milliarden Euro Volumen zogen Anleger nach der Pleite der US-Bank Lehman Brothers 600 Millionen Euro ab. Da der Fonds unter die Mindestliquidität zu rutschen drohte, wurde er eingefroren. Binnen zwei Jahren versuchte das Management dann erfolglos genügend flüssige Gelder für eine Wiedereröffnung zu erzielen. Zudem wurden die Gebäude neu bewertet. Dadurch war der theoretische Rückgabepreis massiv gesunken.

Die Anleger haben nach dem derzeitigen gutachterlichen Stand rund die Hälfte des damaligen Wertes verloren: Bei der Schließung hatte der Fonds ein Volumen von 1,7 Milliarden Euro, derzeit sind es nach mehreren Abwertungen noch 852 Millionen Euro. Dabei spielt auch eine Rolle, dass Kreditaufnahmen des Fonds den Wert stärker nach unten drückten als der reine Rückgang der Immobilienpreise. Was die Anleger nun tatsächlich innerhalb von drei Jahren ausgezahlt bekommen, ist offen. An der Hamburger Börse, wo der Fonds weiter gehandelt wird, ist der Verlust noch größer. Das Management kündigte an, beim Verkauf der Immobilien auf die sonst vereinbarte Provision von einem Prozent zu verzichten.

Damit werden inzwischen drei offene Immobilienfonds in Deutschland aufgelöst. Vergangenen Freitag hatte der traditionsreiche und 1972 gegründete Degi Europa von Aberdeen mit zuletzt 1,3 Milliarden Euro Fondsvolumen diesen Schritt beschlossen. In ihn hatten rund 90 000 Anleger investiert. Auch der kleinere und auf die USA spezialisierte Kanam US-Grundinvest hatte Ende September seine Auflösung eingeleitet. Alle drei Fonds waren im Herbst 2008 eingefroren worden.

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